Schweizer Radio DRS - Alles zum Thema Nachrichten http://www.drs.ch/www/ 24 x 7 Stunden aktuell de 0 International Schweiz Wirtschaft Sport Regional Hollandes neue Regierung steht http://www.drs.ch/www/de/drs/tagesthema/328207/340425.hollandes-neue-regierung-steht.html
 Françcois Hollande und sein Premier Jean-Marc Ayrault im Élysée-Palast. (Reuters)

François Hollande hat seine Regierungsmannschaft vorgestellt. Zu den politischen Schwergewichten gehört unter anderem der frühere Premier Laurent Fabius, der neuer Aussenminister wird. Nicht in der Regierung ist Sozialistenchefin Aubry.

Einen Tag nach seiner Amtseinführung hat Frankreichs Präsident François Hollande die Minister der neuen Regierung vorgestellt. Einen Schlüsselposten im Kabinett übernimmt der frühere Premierminister Laurent Fabius, der neuer Aussenminister wird. Hollandes früherer Wahlkampfleiter Pierre Moscovici übernimmt das Wirtschafts- und Finanzressort. Industrieminister wird Arnaud Montebourg. Die bisherige Grüne-Chefin Cécile Duflout wird Wohnungsministerin. Innenminister wird Manuel Valls, Arbeitsminister Michel Sapin.

Aubry überraschend nicht dabei
Nicht im Kabinett vertreten ist Sozialisten-Chefin Martine Aubry. Sie hatte entsprechende Gerüchte bereits selbst in einem Interview bestätigt. Aubry hatte im vergangenen Jahr gegen Hollande um die Präsidentschaftskandidatur der Parti Socialiste (PS) gekämpft, bei offenen Vorwahlen aber den Kürzeren gezogen.

Vor dem Hintergrund langer parteiinterner Grabenkämpfe galt es nun als sicher, dass sie zumindest einen Ministerposten bekommen würde.

Ayrault bereits bekannt
Der neue Premierminister Jean-Marc Ayrault war bereits am Vortag ernannt worden. Er folgt auf den konservativen François Fillon, der in den vergangenen fünf Jahren für Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy die Regierungsgeschäfte im Hôtel de Matignon führte.

Unklar ist, wie lange die neue Regierung im Amt bleiben wird. Ein konservativer Wahlsieg im Juni bei der Wahl zur Nationalversammlung könnte eine Neubildung notwendig machen. (ank, dpa)

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Wed, 16 May 2012 20:27:00 +0200 340425
Schweizer Vorstoss zur Uno-Reform gescheitert http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/international/340547.schweizer-vorstoss-zur-uno-reform-gescheitert.html
 Uno-Sicherheitsrat in New York. (Reuters)

Seit bald zwei Jahrzehnten wird über eine Reform der Uno gestritten - vor allem darüber, wieviele Mitglieder der mächtige Sicherheitsrat haben soll. Die meisten Vorstösse scheiterten. Mehr noch: Nicht einmal kleinere Reformvorhaben - zuletzt massgeblich vorangetrieben von der Schweiz - haben derzeit eine Chance.

Von Fredy Gsteiger, diplomatischer Korrespondent

Als er die Uno-Generalversammlung präsidierte, machte sich Joseph Deiss stark für eine umfassende Reform des Sicherheitsrates. Doch auch der Schweizer biss sich an dem seit dem Ende des Kalten Krieges hängigen Vorhaben die Zähne aus.

Erfrischend klar sagt es Francesco Mancini, Direktor des International Peace Institute, das eng mit der Uno zusammenarbeitet: Die grosse, die strukturelle Reform des Sicherheitsrates sei derzeit völlig chancenlos.

Aspiranten wie Indien, Japan, Deutschland oder Brasilien müssen also noch lange warten, bis sie vielleicht irgendwann einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat bekommen. Auch die Vergrösserung des Sicherheitsrates von heute 15 auf gegen 25 Mitglieder scheint auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben.

Kaum Erfolgsaussichten für die grosse Reform
Die Erfolgsaussichten für die grosse Reform seien derzeit ungewiss, beschreibt es Paul Seger, Schweizer Uno-Botschafter in New York. «Da gibt es verschiedene Interessensgruppen, die sich gegenseitig blockieren.»

Dennoch wollte man nicht einfach nichts tun, sondern wenigstens kleine Reformschritte unternehmen. Konkret sollte die Arbeitsweise des Sicherheitsrates verbessert werden - das mächtige Gremium sollte offener, transparenter und berechenbarer werden, sagt Seger.

Viele Uno-Mitglieder sehen im Sicherheitsrat heute ein abgehobenes Gremium, das oft hinter verschlossenen Türen tagt, sich nicht in die Karten blicken lässt und den 178 Nicht-Mitgliedländern kaum Rechenschaft ablegt über sein Tun und seine Beschlüsse. Das sorgt für Unmut.

Hier setzte die kleine Uno-Reform an. Lanciert hatte sie die Gruppe der «Small Five», angeführt von der Schweiz. Neben ihr gehören Liechtenstein, Singapur, Jordanien und Costa Rica dazu. Doch auch die kleine Reform ist gescheitert. Die fünf Vetomächte hätten enormen Druck gemacht auf die «Small Five», räumte der Schweizer Botschafter Seger ein.

Entwurf für kleine Reform zurückgezogen
Und wohl auch auf andere Länder, denn viele kündigten an, sie würden den Resolutionsentwurf ablehnen. Seger zog ihn schliesslich überraschend zurück. Ein besonders brisanter Punkt war für die Grossmächte offenkundig die geplante Beschränkung ihres Vetorechtes. Das hätte die Generalversammlung zwar nicht einfach verfügen können. Aber vorgesehen war, die Vetostaaten aufzufordern, freiwillig auf ihr Vetorecht in Fällen von Kriegs- oder Menschenrechtsverbrechen zu verzichten. So wäre zumindest moralischer und politischer Druck entstanden, grösste Zurückhaltung zu üben.

Doch daraus wird nun nichts. Obschon gegenüber Schweizer Radio sogar Uno-Generalsekretär Ban Ki-Moon dem Schweizer Bemühen Respekt zollte. Die Schweiz gehöre zu den aktivsten Mitgliedern, wenn es um die Reform der Uno gehe, sagte Ban.

Auch von anderer Seite gibt es Lob für die Schweiz. Es sei richtig und nötig gewesen, dass die Schweiz mit den übrigen «Small-Five» wenigstens eine intensive Debatte provoziert habe, sagt Francesco Mancini vom Peace Institute. Und auch Botschafter Paul Seger will nicht nur von einer Niederlage sprechen. Man habe das Bewusstsein geschaffen, dass sich etwas ändern müsse. Es sei wichtig gewesen, dass die Gruppe der kleinen Staaten dies aufgenommen habe. Nun werde darüber diskutiert - «und allein das ist schon ein Erfolg», sagt Seger. Ausserdem habe er Zusagen erhalten, dass die Sicherheitsratsmitglieder selber über die Bücher gehen wollten.

Aber als Resultat bleibt vorläufig doch: Eine Uno-Reform ist derzeit fast unmöglich, selbst eine relativ bescheidene. (ank)

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Wed, 16 May 2012 20:07:00 +0200 340547
Abfuhr für die «Volkswahl des Bundesrates» http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/schweiz/340424.abfuhr-fuer-die-volkswahl-des-bundesrates.html
 Bundesrat mit Bundeskanzlerin: Die Landesregierung möchte sich weiterhin vom Parlament wählen lassen. (zvg)

Soll der Bundesrat vom Volk gewählt werden? Schon zwei Mal in der Geschichte musste das Schweizer Stimmvolk über diese Frage entscheiden. In einigen Monaten kommt sie erneut zur Abstimmung - initiert von der SVP, die sich davon mehr Demokratie verspricht. Der Bundesrat selbst lehnt den Vorstoss ab.

Von Bundeshausredaktor Pascal Krauthammer

Wer sich von der Macht in Bundesbern ausgeschlossen fühlt, liebäugelt mit der «Volkswahl des Bundesrates». 1900 und 1942 versuchten es die Katholisch-Konservativen und die Sozialdemokraten mit der «Volkswahl». Erfolgslos. Nun unternimmt die SVP einen Vorstoss. Übervater Christoph Blocher schwor seine Gefolgsleute schon vor mehr als zehn Jahren darauf ein. Gut sei diese, sagte er damals, auch für den Bundesrat selbst. Dieser wüsste dann nämlich genau, wem er verpflichtet sei - nicht dem Parlament, nicht den Parteien, sondern einzig und allein dem Volk, so Blocher.

Inzwischen wurde Christoph Blocher auch ohne Volkswahl in den Bundesrat gewählt, aber eben auch wieder abgewählt. Für die SVP bleibt ihr Anliegen topaktuell: Schluss mit den taktischen Ränkespielen vor den Bundesratswahlen, Schluss mit geheimen oder offenen Abmachungen unter den Parteien. Die Bundesratswahl müsse künftig eine Volkswahl sein, verlangt eine Initiative der Partei.

Teurer Dauerwahlkampf
Doch der Bundesrat in der aktuellen Zusammensetzung lehnt das Begehren ab. Manche Aspekte einer Volkswahl seien zwar verlockend, sagt Justizministerin Simonetta Sommaruga. «Es wäre ein offenes Rennen, auch eine gewisse Transparenz», sagt die Bundesrätin. «Aber sie hätte auch den Nachteil, dass die Mitglieder des Bundesrates mindestens zwei Jahre stark mit dem Wahlkampf beschäftigt wären.»

Ein Dauerwahlkampf in eigener Sache, den die amtierenden Bundesräte sowohl gegen andere Kandidaten als auch gegeneinander führen müssten. Der Bunderat als Gremium könne so kaum funktionieren - auch, wenn die Kantone die Volkswahl erfolgreich praktizierten.

Grosser Aufwand
Dort funktioniere die Volkswahl sehr gut, räumt auch Justizministerin Simonetta Sommaruga ein. Bundesratskandidaten aber müssten jeweils einen landesweiten Wahlkampf führen in 26 Kantonen und in vier Sprachen mit beträchtlichem Aufwand - und viel Geld, wendet die Justizministerin ein.

«Das Geld würde eine beträchtliche Rolle spielen», ist Sommaruga überzeugt. Insgesamt sei der Bundesrat der Auffassung, seine Mitglieder sollten ihre Kräfte konzentrieren, um gute Lösungen für die Landespolitik zu finden. «Wahlkampf betreiben die Mitglieder von National- und Ständerat und sie können dann den Bundesrat wählen.» Ob tatsächlich alles beim Alten bleibt oder ob die Volkswahl des Bundesrates vielleicht nicht doch die bessere Variante ist, muss in ein paar Monaten das Stimmvolk entscheiden. Zum dritten Mal in der Geschichte der Schweizer Demokratie. (ank)

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Wed, 16 May 2012 19:33:00 +0200 340424
Bei Lärm soll Geld leichter fliessen http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/schweiz/340444.bei-laerm-soll-geld-leichter-fliessen.html
 Besitzer von Liegenschaften, die wegen Lärms an Wert verlieren, sollen einfacher entschädigt werden. (Keystone Archiv)

Hauseigentümer, deren Liegenschaften wegen Verkehrslärm an Wert verloren haben, sollen künftig automatisch Anspruch auf Ausgleichszahlungen erhalten. Der Bundesrat hat dies in einem Grundsatzentscheid beschlossen.

Die Landesregierung hat die Vorsteherin des Umwelt- und Verkehrsdepartements, Doris Leuthard, beauftragt, dazu bis Ende 2013 eine Vernehmlassungsvorlage auszuarbeiten. Ziel ist es, die Rechtssicherheit für die Lärmgeplagten, aber auch für die Betreiber von Infrastrukturen des Strassen-, Schienen- und Flugverkehrs zu verbessern.

Heute müssen die von übermässigem Lärm betroffenen Hauseigentümer den Lärmverursacher auf Entschädigung für den Wertverlust ihrer Liegenschaften verklagen.

Richterliche Entschädigungspraxis aufgeben

Die Voraussetzungen für Entschädigungen wurden vom Bundesgericht entwickelt: So muss der Lärm über den Immissionsgrenzwerten liegen und der Schaden muss schwer wiegen. Auch darf der Lärm beim Erwerb der Liegenschaft nicht vorhersehbar gewesen sein. Ob diese Bedingungen erfüllt sind, zeigt sich oft erst in einem Gerichtsverfahren.

Diese richterliche Entschädigungspraxis soll nun durch einen automatischen Ausgleichsanspruch ersetzt werden. Werden öffentlichen oder konzessionierten Infrastrukturen Erleichterungen gewährt, soll dies für die Betroffenen einen Anspruch auf finanziellen Ausgleich nach sich ziehen.

Anreiz für mehr Lärmschutz
Die neue Regelung sieht vor, dass die betroffenen Hauseigentümer einen periodischen Ausgleich für den Minderwert ihrer Liegenschaft erhalten. Mit der periodischen Auszahlung kann der Zu- oder Abnahme der Lärmbelastung Rechnung getragen werden. Wer also seine Lärmemissionen reduziert, wird auch weniger bezahlen.

Mit seinem Vorschlag nimmt der Bundesrat ein Anliegen aus dem Parlament auf. Dieses versuchte in den letzten zehn Jahren eine Lösung zur Verbesserung der Entschädigungspraxis auszuarbeiten. Die Räte konnten sich jedoch nicht auf eine mehrheitsfähige Vorlage einigen. (pet, sda)

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Wed, 16 May 2012 14:42:00 +0200 340444
Facebook will Maximum herausholen http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/wirtschaft/340464.facebook-will-maximum-herausholen.html
 Spannung vor dem Facebook-Börsengang. (Keystone)

Der Börsengang von Facebook am Freitag könnte auf einen Wert von bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen. Gründer Zuckerberg stockte das Aktienvolumen noch um einen Viertel auf. Kurz zuvor war bereits der Ausgabepreis erhöht worden.

Facebook will das Maximum aus dem Börsengang herausholen. Wegen der starken Nachfrage bietet das weltgrösste soziale Netzwerk ein Viertel mehr Aktien an als bislang geplant. Damit könnte die Erstemission der Superlative am Freitag in die Top Ten der grössten Börsengänge vorstossen.

Mehr und teurere Aktien

Die Entscheidung des 28-jährigen Facebook-Gründers und Firmenchefs Mark Zuckerberg folgt kurz auf die Anhebung der Preisforderung. Die Aktien werden in einer Spanne von je 34 bis 38 Dollar angeboten statt der zuvor vorgesehenen 28 bis 35 Dollar. An die Anleger gebracht werden sollen nun rund 421 Millionen Aktien, das sind 84 Millionen mehr als bislang angestrebt, wie Facebook in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht erklärte.

Erlös von bis zu 18,4 Milliarden Dollar
Unter den Technologieunternehmen steht Facebook für den mit Abstand grössten Börsengang aller Zeiten. Der US-Internetgigant Google etwa erzielte 2004 nur knapp 2 Milliarden Dollar. Die bisherige Nummer eins ist der deutsche Chipkonzern Infineon it einem Erlös von 5,9 Milliarden  Dollar.

Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der beteiligten Banken - könnte der Börsengang von Facebook sogar auf bis zu 18,4 Milliarden Dollar anschwellen.

Damit würde Facebook an die beiden grössten Börsengänge der US-Geschichte anschliessen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 23,1 Millilarden Dollar. Die Rückkehr von GM aufs Parkett war der grösste Börsengang aller Zeiten.

Mehr wert als HP und Dell
Von den Einnahmen des Börsengangs fliessen Facebook selbst nur etwas mehr als die Hälfte zu. Der Rest geht an Geldgeber, die das Potenzial des Onlinetreffpunkts früh erkannt und in Facebook investiert hatten. Auch mit dem angepeilten Börsenwert deklassiert Facebook die anderen Technologiegrössen. Mit 93 bis 104 Milliarden Dollar wäre das Onlineportal mehr wert als die Computer-Riesen Hewlett-Packard und Dell zusammen.

Skepsis über Geschäftsmodell

Allerdings fragen sich skeptische Investoren, wie Facebook längerfristig die hochgesteckten Erwartungen erfüllen kann. Ihrer Einschätzung zufolge hat das Unternehmen bisher keine Strategie aufgezeigt, wie es aus der wachsenden Zahl an Nutzern Kapital schlagen kann, die über mobile Geräte auf Facebook zugreifen. Ausserdem hat sich das Umsatzwachstum aus dem zentralen Geschäft mit Online-Anzeigen in den vergangenen Monaten verlangsamt.

Mark Zuckerberg bleibt auch nach dem Börsengang mit einem Stimmrechtsanteil von 57,5 Prozent Mehrheitseigner. Am Donnerstag will das US-Unternehmen den Ausgabepreis der Aktien definitv festlegen. (pet;bru, sda/reuters/dpa)

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Wed, 16 May 2012 15:24:00 +0200 340464
«Die Lage ist angespannt» http://www.drs.ch/www/de/drs/tagesthema/283842/340433.die-lage-ist-angespannt.html
 Im August kostete 1 Euro 1 Franken – das soll sich gemäss SNB nicht wiederholen. (Reuters (Archiv))

Die Unsicherheit in Griechenland verunsichert auch die Börsen: Der Euro gerät gegenüber dem Dollar ins Rutschen. Und für die Schweizerische Nationalbank wird es immer schwieriger, die Kursuntergrenze zum Euro zu halten - und mitunter auch teurer.

Von Wirtschaftsredaktor Iwan Lieberherr

Der Euro ist gegenüber dem Dollar unter die Marke von 1,27 gefallen. So tief war der Kurs seit Januar nicht mehr. Das sei besorgniserregend, sagt der Frankfurter Devisen-Experte Lutz Karpowitz. Von einer dramatischen Situation will der Commerzbank-Angestellte jedoch nicht reden.

Was wäre, wenn...
Viele Börsenhändler schliessen eine Staatspleite Griechenlands und einen Austritt aus der Euro-Zone nicht mehr aus. Die Unsicherheit lastet auf der Gemeinschaftswährung, und eine baldige Erholung ist nicht zu erwarten. Und das hat Folgen auch für die Schweiz.

1,20 verteidigen - um jeden Preis
Denn die Schweizerische Nationalbank will den Euro unter keinen Umständen unter die Marke von 1 Franken 20 rutschen lassen. Und daran werde sich auch nichts ändern, ist Devisen-Experte Karpowitz überzeugt: «Der Kurs von 1,20 wird halten», sagte er gegenüber Radio DRS. Aber: Die Verteidigung der Kurs-Untergrenze zum Euro wird schwieriger - und für die Nationalbank mitunter auch teurer.

Horror-Szenario: 1 Euro = 1 Franken
Für den deutschen Devisen-Experten gibt es trotzdem keine Alternative. Denn: Würde die Untergrenze von 1 Franken 20 aufgegeben, würde der Kurs schnell fallen - und tief fallen: Es gehe nicht darum, ob 1 Euro dann einen Franken 18 oder 19 kosten würde, sondern – so Lutz Karpowitz «dann sind wir schnell bei der Parität oder darunter».

Gravierende Folgen für Export und Tourismus
Dass ein Euro gerade mal einen Franken kostet, ist eine Horror-Vorstellung für die Schweizer Export-Industrie und den Tourismus. In beiden Branchen würden die Unternehmen nochmals deutlich weniger verdienen:

Die Industrie, weil sie ihre Waren zu hohen Schweizer Preisen produzieren- , aber zu tiefen Euro-Preisen verkaufen müsste. Und die Hoteliers, weil sie weniger von ihren europäischen Gästen bekämen, ihren Angestellten aber weiterhin hohe Schweizer Löhne bezahlen müssten.

«Das könnte so manches Unternehmen in arge Schieflage bringen», ist Karpowitz überzeugt: Selbst der Kurs von 1 Franken 20 pro Euro sei für viele Firmen eine Herausforderung.

Dollar als Kontrapunkt zum Euro
Da dürfte es für die Firmen nur ein kleiner Trost sein, dass der Dollar gegenüber dem Franken wieder zugelegt hat, und Schweizer Firmen auf dem amerikanischen Markt konkurrenzfähiger werden. Denn die meisten Waren exportieren Schweizer Unternehmen nach wie vor in Länder der Euro-Zone. (smus)

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Wed, 16 May 2012 14:12:00 +0200 340433
FC Basel holt zum elften Mal den Cup http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/sport/340390.fc-basel-holt-zum-elften-mal-den-cup.html
 Basels Verteidiger Aleksandar Dragovic (links) kämpft mit Luzerns Stürmer Dario Lezcano (rechts) um den Ball. (Keystone)

Der FC Basel hat seine überragende Saison mit dem Sieg im Schweizer Cup gekrönt. Nach einer durchschnittlichen Leistung und einem 1:1 nach 120 Minuten behielt der FCB im Final gegen Luzern das bessere Ende im Penaltyschiessen für sich.

In einer intensiven Startphase hatte Luzern deutlich mehr Spielanteile. Die Zentralschweizer wirkten konzentrierter und engagierter und kamen bald zu ersten Chancen. Nach acht Minuten scheiterte Adian Winter mit einem Flachschuss an FCB-Keeper Yann Sommer und zehn Minuten später war der Basler Schlussmann auch gegen einen Knaller von Nelson Ferreria Sieger.

Luzern mit mehr Spielanteilen
Nach Luzerns Startfeuerwerk flachte die Partie nach 20 Minuten etwas ab. Basel monopolisierte den Ball im Mittelfeld, tat sich aber äusserst schwer, gefährlich vor dem Luzerner Tor aufzutauchen. Die einzige Basler Chance hatte Valentin Stocker, der nach 26 Minuten aber am Luzerner Schlussmann David Zibung scheiterte.

Luzern kam mit mehr Schwung aus der Kabine und in der zweiten Halbzeit erneut durch Winter zur ersten Chance, der Thalwiler verzog aber aus aussichtsreicher Position. Kurz danach lag Basel mit seiner ersten Offensivaktion in der zweiten Halbzeit in Führung. Alex Frei zirkelte einen Freistoss punktgenau auf den Kopf von Benjamin Huggel, der unbedrängt einnicken könnte.

Puljic mit dem verdienten Ausgleich
Auch nach dem Rückstand blieb Luzern spielbestimmend und kam zwölf Minuten nach Huggels Tor zum verdienten Lohn. Tomislav Puljic war nach einem Eckball mit dem Kopf erfolgreich. Der Ausgleich änderte nichts an der Spielanlage: Luzern blieb bis zum Schluss der regulären 90 Minuten spielbestimmen. Klare Torchancen hatten die Zentralschweizer aber keine mehr.

In der Verlängerung ging kein Team mehr grosse Risiken ein. Nach 120 intensiven Minuten musste das Penaltyschiessen über den Schweizer Cupsieger 2012 entscheiden. (ank/fel, sf)

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Wed, 16 May 2012 23:18:00 +0200 340390
Schweizer Eishockey-Nati an der WM ausgeschieden http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/sport/339823.schweizer-eishockey-nati-an-der-wm-ausgeschieden.html
 Chance verpasst: Die Schweizer Eishockey-Nati ist bei der WM in Helsinki ausgeschieden. (Reuters)

Die Schweizer Nationalmannschaft hat an der WM in Helsinki die Viertelfinals verpasst. Das Team von Sean Simpson unterlag der Slowakei mit 0:1 und hat nach der vierten Niederlage in Serie keine Chance mehr auf die K.o.-Runde.

Nach dem schwachen Auftritt beim 2:4 gegen Frankreich startete die Schweiz wacher in die kapitale Partie gegen die Slowakei. In der Startphase drängte die Nati die Slowaken in deren Defensivzone und kam durch Damien Brunner nach fünf Minuten zur ersten guten Chance.

Mit Fortdauer des Startdrittels flachten die Schweizer Bemühungen parallel zur Intensität der Partie ab. Die Slowakei konnte sich offensiv nur nach Schweizer Fehlern in Szene setzen. Die Schweiz wiederum tat sich zunehmend schwer, gefährliche Situationen zu kreieren.

Fehler in der Defensive brechen das Genick
Ein Fehler in der Schweizer Defensive brachte der Slowakei kurz vor der ersten Sirene die Führung: Tomas Tatar profitierte nach einem Fehlpass von Roman Josi von einem perfekt getimten Zuspiel und hatte keine Probleme, die Scheibe ins Tor zu schieben.

Der Rückstand lähmte die Schweiz im zweiten Drittel zusätzlich. Die Nati kam kaum noch gefährlich vors slowakische Tor, in der Defensive erhöhte sich die Fehlerquote. Nach einem miserablen Abspiel in der Offensivzone kamen die Slowaken zu einem Break, verpassten aber das leere Tor.

Viel Puckbesitz, wenig Chancen
Im letzten Abschnitt änderte sich am Spielgeschehen wenig. Die Schweiz war mehrheitlich im Scheibenbesitz, liess aber jede Kreativität in der Offensive vermissen. Die Slowaken ihrerseits kamen zu einigen guten Konterchancen, wirkten dabei aber etwas unkonzentriert. Am Ende blieb es bei der knappen Niederlage, die das Ende der Schweizer Viertelfinal-Träume bedeutet.

Nach zwei Siegen zum WM-Auftakt verlor die Nati zuletzt viermal in Serie und kam spielerisch nie mehr auf das gewohnte und an einer WM geforderte Rendement.

Grosses Ziel klar verpasst
Die Viertelfinals, die das grosse Ziel von Trainer Simpson und seiner Mannschaft waren, verpassten die Schweizer unter dem Strich deutlich. In der Aufarbeitung der WM wird dieser Aspekt von zentraler Bedeutung sein. Und die Schweiz wird sich merken müssen, dass starke Leistungen gegen grosse Nationen wie Finnland oder Kanada keinen Wert haben, wenn gegen Frankreich und die Slowakei unterdurchschnittliche bis miserable Auftritte folgen. (fel/ank, sf)

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Sun, 13 May 2012 21:45:13 +0200 339823
Zürcher Fotograf für Swiss Photo Award nominiert http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/zuerich-schaffhausen/340374.zuercher-fotograf-fuer-swiss-photo-award-nominiert.html
 Simon Näher - «Drop Down» (ZVG, Simon Näher)

Auf den faszinierenden Bildern des Zürcher Fotografen Simon Näher werden Turmspringer zu Gespenstern. Die Schwarzweiss-Serie «Drop Down» hat gute Chancen auf den Schweizer Fotopreis.

Ein Sturz kopfüber in die Tiefe ist für Turmspringerinnen und Turmspringer etwas Alltägliches. Und trotzdem ist auf den Bildern, die Simon Näher von ihnen geschossen hat, von Routine nichts zu sehen. Im Gegenteil: manche der Springer haben im Moment des freien Falls (deshalb heisst die Serie auch «Drop Down») schreckverzerrte Gesichter.

Archaisch und albtraumhaft
«Mich erinnert dieses Bild des in die Tiefe stürzenden Körpers an etwas Archaisches», sagt Simon Näher. «Die albtraumhafte Angst des Fallens ins Nichts, manifestiert in Körper und Gesichtsausdruck - diesem inneren Stimmungsbild wollte ich weiter nachgehen.»

Simon Näher (1968 geboren im Zürcher Oberland) fotografiert seit Teenagerzeiten. Damals hat er seine erste Kamera geschenkt bekommen. Der diplomierte Pflegefachmann gewann mit «Drop Down» die Vorausscheidung des Swiss Photo Awards in der Kategorie «Free». Die Arbeit ist nun mit 17 weiteren Werken für den Hauptpreis nominiert. Der Gewinner wird am Mittwochabend an der Award Night in Zürich gekürt. (bruc)

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Wed, 16 May 2012 18:10:00 +0200 340374 rtmp://cp23910.edgefcs.net/ondemand/mpc/Regionaljournale/Zuerich/2012/05/120516_rj_1730_inti_foto.mp3
Immer mehr Berner Anbieter von Bed&Breakfast http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/regional/bern-freiburg-wallis/340402.immer-mehr-berner-anbieter-von-bed-breakfast.html
 Madeleine Kohler empfängt die Gäste im ehemaligen Kinderzimmer. (SRF)

Im Raum Bern stellen stetig mehr Personen ein oder mehrere Zimmer ihres Hauses oder ihrer Wohnung zur Verfügung. Auch die Zahl der Gäste steigt. Eine Konkurrenz für Hotels?

Die Schweizer Hotels klagen über immer weniger Gäste. Nicht so die privaten Anbieter von Bed&Breakfast. Der Verband, bei dem viele B&B-Anbieter angeschlossen sind, spricht von einer «markanten» Zunahme von Logiernächte 2011 in der Schweiz. Die Zuwachsrate liege bei 9,5 Prozent.

Mit 400'000 Übernachtungen verzeichnen diese Angebote wesentlich weniger Logiernächte als die Hotels. Doch die Hotels müssen um jeden Gast kämpfen, bei Bed&Breakfast läuft es dagegen fast wie von selbst. Die B&B-Angebote sind günstiger als viele Hotels. «Das ist in Zeiten des starken Frankens für viele ein wichtiges Argument», sagt Dorette Provoost vom Verband.

Viele neue Anbieter
Auch bei Bern Tourismus fragen viele nach B&B-Angeboten. Häufig nutzen auch Personen, die geschäftlich in der Stadt sind, Bed&Breakfast. Bern Tourismus verzeichnet auch eine Zunahme von Angeboten. «Wir müssen deshalb die Angebote neu bündeln und uns überlegen, wie wir in Zukunft Bed&Breakfast vermarkten wollen», sagt Michael Keller von Bern Tourismus.

In der Region Bern stellen über 30 Haushalte ein oder mehrere Zimmer Gästen zur Verfügung. Laufend werden es mehr.

Kontakt mit vielen Gästen
In Bremgarten bei Bern empfängt die Homöopathin Madeleine Kohler seit kurzem Gäste. Das ehemalige Kinderzimmer vermietet sie aber nicht des Geldes wegen. «Ich freue mich auf spannende Kontakte.» Beim Kleezentrum bietet «Im Klee» seit eineinhalb Monaten 5 Zimmer an. «Wir sind überrascht, wie gut es anlief» sagt Manuel Gnos.

Die Bed&Breakfast-Angebote seien durchaus eine Konkurrenz, sagt Beatrice Imboden, Präsidentin des Hotelverbandes Bern-Mittelland und Hotel-Chefin der Berner Hotels Bären und Bristol. «Gerade Geschäftsleute, die in B&B-Angebote nächtigen, hätten wir auch gerne bei uns.» Doch sie gibt sich pragmatisch: «Die heutigen Gäste von Bed&Breakfast sind unsere Hotelgäste von morgen.» (pret)

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Wed, 16 May 2012 18:07:00 +0200 340402 rtmp://cp23910.edgefcs.net/ondemand/mpc/Regionaljournale/Bern/2012/05/120516_audio_bundbabend.mp3