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Samstag, 10.10.2009

Welttag gegen die Todesstrafe

2390 Menschen sind im vergangenen Jahr laut Amnesty International hingerichtet worden. Am «Welttag gegen die Todesstrafe» appellieren Menschenrechtsorganisationen an alle Regierungen, die Todesstrafe abzuschaffen.

Die Zahl der Hinrichtungen ist weltweit gestiegen, obwohl immer mehr Länder die Todesstrafe abschaffen. Das teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe mit.

Mehr Hinrichtungen 2008
Während 2007 1252 Menschen hingerichtet wurden, waren es im vergangenen Jahr 2390. Mehr als 20'000 Menschen sitzen derzeit weltweit im Todestrakt. «Die Todesstrafe ist ein Auslaufmodell und ihre Abschaffung überfällig», forderte Oliver Hendrich, Anti-Todesstrafen-Experte bei Amnesty International.

Zum harten Kern der Staaten, die Menschen hinrichten, gehören China, Iran, Saudi-Arabien, Pakistan und die USA. 2008 waren diese fünf Länder für 93 Prozent aller Hinrichtungen verantwortlich. Weiterhin wird in China die Todesstrafe auf häufigsten vollstreckt. Dort droht die Hinrichtung für 68 verschiedene Vergehen.

Ende aller Hinrichtungen gefordert
Mit dem Welttag gegen die Todesstrafe fordern Menschenrechtsorganisationen jedes Jahr am 10. Oktober ein Ende aller Hinrichtungen durch Todesarten wie Erschiessen, Erhängen, Enthaupten, Steinigen, die Giftspritze oder den Elektrischen Stuhl.

Besonders stossend ist für die Experten von Amnesty International, dass immer noch Minderjährige hingerichtet werden. «Seit Anfang 2007 sind in Saudi-Arabien, im Iran, im Sudan und im Jemen mindestens 24 jugendliche Straftäter hingerichtet worden», sagte Anti-Todesstrafe-Experte Labhardt.

Burundi schafft Todesstrafe ab
Die Abschaffung der Todesstrafe rücke aber näher, so Labhardt. Zuletzt hat Burundi im April 2009 die Kapitalstrafe durch lebenslange Haft ersetzt. Dies sei dank langjährigem Engagement von Menschenrechtsorganisationen gelungen.

Innerhalb Europas vollstreckt einzig Weissrussland noch immer die Todesstrafe. Das Land sei damit automatisch von der Mitgliedschaft in der EU und im Europarat ausgeschlossen, sagte der EU-Botschafter in Bern, Michael Reiterer. (cdm, dpa/sda)

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Das Engagement der Schweiz gegen die Todesstrafe. (Patrick Mülhauser, 10.10.2009)
Hören (2:34)

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