Schuldispensationen aus christlichen Kreisen
Von Inlandredaktorin Christine Wanner
Sei es der Schwimmunterricht oder die Teilnahme an Klassenlagern: Es sind vor allem Angehörige von christlichen Freikirchen, die ihre Kinder von schulischen Lektionen dispensieren lassen und nicht Angehörige anderer Religionsgruppen.
Das bestätigt auch Julia Morais von der Fachstelle für Integrationsfragen des Kantons Zürich gegenüber Schweizer Radio DRS. Vermehrt stellten Angehörige von Freikirchen Gesuche um Dispensation von Klassenlagern oder vom Schwimmunterricht.
Angst vor schlechtem Einfluss
Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher LehrerInnenverbandes, bestätigt diese Beobachtung. Die Eltern befürchteten, dass die Kinder Alkohol oder Drogen konsumieren oder den Kontakt zum anderen Geschlecht suchen könnten.
Es gehe teilweise sogar so weit, dass stark evangelikale Kreise ihre Kinder gar nicht in die öffentliche Schule schicken möchten.
Weihnachtsspiele, Hexen und Zauberer
Auch das Aargauer Bildungsdepartement stellt mehr Dispensations-Gesuche aus christlichen Kreisen fest als von anderen Glaubens-Gemeinschaften, wie die zuständige Kommunikationsleiterin Irène Richner erklärt.
Gerade zur Weihnachtszeit kämen aus christlichen Kreisen ab und zu Anfragen, damit Kinder von einem Weihnachtsspiel befreit würden. Meist seien es jedoch punktuell beantragte Schuldispensationen.
Ähnlich wird die Lage im Kanton Thurgau eingeschätzt - auch hier kämen Gesuche aus christlichen Kreisen in der Weihnachtszeit oder etwa bei Projektwochen zum Thema Hexen oder Zauberer.
Keine Statistik vorhanden
Statistische Erhebungen zu den Gesuchen gibt es weder bei den angefragten Kantonen noch beim Dachverband Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.
Integrations-Fachfrau Julia Morais geht aber davon aus, dass sich dieses Muster in der Deutschschweiz durchzieht. Bei ihrer früheren Tätigkeit im Kanton Baselland habe sie die Gesuche ausgewertet und dieselben Beobachtungen gemacht, wie nun im Kanton Zürich. (luek)
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