Papst bedauert Kindsmissbrauch durch Geistliche
Die Kirche habe im Laufe der Jahrhunderte den Schutz von Rechten und Würde der Minderjährigen betrieben und vorangetrieben, betonte Papst Benedikt XVI. bei einer Versammlung des vatikanischen Familienrats zum 20. Jahrestags des Inkrafttretens der UN-Kinderrechtskonvention.
Geistliche als Täter
«Leider haben dennoch auch einige Kirchenmitglieder diese Rechte verletzt», sagte Benedikt. «Die Kirche wird niemals aufhören, dies zu bedauern und zu verurteilen», versicherte das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter.
Die italienische Nachrichtenagentur Ansa interpretierte die allgemein gehaltenen Äusserungen des Papstes vor dem Hintergrund des jüngsten Missbrauchsskandals in Irland.
Zuletzt Missbrauchsskandal in Irland
Das katholische Land war im vergangenen Jahr von zwei Untersuchungsberichten erschüttert worden, die einen jahrzehntelangen Missbrauch von Kindern in Kircheneinrichtungen dokumentierten.
Katholische Priester, Mönche und Nonnen vergewaltigten, schlugen oder demütigten ihre Schützlinge. Aus Furcht vor einem Skandal vertuschte die Kirchenleitung die Übergriffe systematisch. Auch die staatlichen Behörden schauten lange weg. Vier Bischöfe hatten im Zuge der Enthüllungen ihre Ämter niedergelegt.
Krisengespräch im Vatikan
Benedikt lud darauf eine Delegation irischer Bischöfe für den 15. Februar zum Krisengespräch im Vatikan ein. Bei einer ersten Begegnung im Dezember hatte er gesagt, er sei «erschüttert und empört» über den vielfachen Kindesmissbrauch in der Kirche Irlands. (haem, ap)
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