Thomas Pfyl Schweizer Fahnenträger an Paralympics
Thomas Pfyl 2006 in Turin auf seiner Fahrt zu Slalom-Silber. (Keystone)
Der 23-jährige Skirennfahrer Thomas Pfyl ist aufgrund seiner Erfolge an den Spielen in Turin 2006 durch die Delegationsleitung zum Schweizer Fahnenträger für die Paralympics in Vancouver (12.-21. März) ernannt worden.
Pfyl wird das Team beim Einmarsch anführen, obwohl bereits tags darauf die Abfahrt auf dem Programm steht. Mit 44 Nationen und 507 Athleten und Athletinnen in fünf Sportarten weisen die Winterspiele einen Teilnahmerekord auf.
Gute Medaillenaussichten auf Skipisten
Vor vier Jahren schaffte es der Allrounder Pfyl mit Silber im Slalom und Bronze im Riesenslalom als einziger Schweizer aufs Podest. Er, der seit seiner Geburt halbseitig gelähmt ist, gehört vier Jahre nach den letzten Paralympics auch auf den olympischen Strecken in Whistler wieder zu den Schweizer Hoffnungsträgern.
Auf ähnlich hohem Niveau wie der Weltcup-Gesamtsieger von 2007 und 2008 fährt Michael Brügger. An der WM 2009 stand er als Abfahrts-Zweiter und Superkomib-Dritter als einziger Schweizer zweimal auf dem Podest.
Das Mitfavoriten-Trio komplettiert Rollstuhlsportler Christoph Kunz, der in der laufenden Saison die Weltcup-Abfahrt von Sestriere gewinnen konnte und auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier verzichtet.
Hohe Erwartungen an Speed-Disziplinen
Wie an den Olympischen Spielen beginnen die Wettkämpfe bei den Alpinen mit der Abfahrt und dem Super-G. Der Schweizer Missionschef Ruedi Spitzli setzt einige Hoffnungen in die Speed-Disziplinen: «Zwei Medaillen sind budgetiert. Zu Beginn ein Podestplatz wäre für den weiteren Verlauf der Spiele und für die ganze Delegation wichtig.»
Cheftrainer Andreas Läuppi schätzt die Chancen als «intakt» ein. Allerdings müssten dem Trio bei der gegenüber den letzten Paralympics qualitativ und quantitativ stärker gewordenen Konkurrenz fehlerfreie Läufe gelingen.
Curler mit Aussenseiterchancen
Nach dem Turniersieg in Prag mit dem überraschenden Halbfinal-Erfolg über Weltmeister Kanada gehört das Rollstuhl-Curlingteam um Skip Manfred Bolliger zu den kaum einzuschätzenden Aussenseitern.
Vor einem Jahr belegten die Berner Schweizer Meister an der WM in Vancouver nur Rang 10 und liefen Gefahr, nicht selektioniert zu werden. «Seither haben sich die Curler gesteigert», urteilt Spitzli.
Wenig Potential auf Loipen
Im Langlauf und Biathlon ist kaum mit einer Schweizer Spitzenklassierung zu rechnen. Handbike-Teamweltmeister Bruno Huber deutete allerdings mit dem fünften Rang beim Biathlon-Weltcup in Frankreich an, was für ihn bei einer nahezu fehlerfreien Schiessleistung möglich sein könnte. (haem, si)
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