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Dienstag, 18.5.2010

Novartis hat Frauen diskriminiert

Novartis ist in den USA wegen Diskriminierung von Frauen schuldig gesprochen worden. Novartis habe Mitarbeiterinnen für die gleiche Arbeit weniger Lohn bezahlt als männlichen Kollegen, befand ein Gericht.

Novartis hat laut einem Gerichtsurteil Frauen bewusst diskriminiert und muss deshalb Wiedergutmachung leisten. Die Geschworenen im New Yorker Bundesbezirksgericht befanden die US-Tochter des Schweizer Pharmakonzerns in drei Anklagepunkten für schuldig.

Laut dem Urteil soll Novartis Frauen bei Beförderungen übergangen haben. Weiter soll das Pharmaunternehmen für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn ausbezahlt und Schwangere benachteiligt haben.

Grösste Klage wegen Frauen-Diskriminierung in USA
Der seit fünf Wochen laufende Fall ist die grösste Klage wegen Diskriminierung gegen Frauen in den USA. Den zwölf Beschwerde führenden Frauen sprach die Jury Schadenersatzzahlungen zwischen 50'000 und einer halben Million Dollar zu. Insgesamt muss Novartis Wiedergutmachungszahlungen von knapp 3,4 Millionen Dollar leisten.

Über 5000 mögliche Opfer
Der Klasse der Opfer können alle 5600 Novartis-Mitarbeiterinnen beitreten, die zwischen 2002 und 2007 beim Unternehmen Anstellung gefunden haben.

Richterin Colleen McMahon wird über die Höhe der Wiedergutmachungszahlungen an weitere Mitglieder der klagenden Klasse zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Die Richterin kann dem Pharmakonzern zudem befehlen, Massnahmen zu ergreifen, um gegen Diskriminierung vorzubeugen.

Höhe der Busse noch nicht festgelegt
Zusätzlich entschied die Jury, Novartis mit Strafzahlungen zu belegen. Über die Höhe dieser Busse verhandelt das Gericht heute Dienstag. Sie wird über einen Prozentsatz des Marktwertes der US- ochter errechnet, der mit 9,5 Milliarden Dollar beziffert wird.

«Deutliche Nachricht»
Das Urteil sende die deutliche Nachricht, dass Gleichstellung der Frau nicht nur auf Papier festgehalten werden könne, sondern im Betriebsalltag auch umgesetzt werden müsse, sagte einer der Hauptanwälte der Klägerinnen.

Der Entscheid sei der erste Schritt auf dem Weg zu Verbesserungen, die bei Novartis schon lange nötig seien, sagte Sanford. Gleichzeitig seien alle Unternehmen in den USA gewarnt, dass unfaire Behandlung von Frauen am Arbeitsplatz nicht mehr toleriert werde.

Novartis will Urteil anfechten
Novartis zeigte sich enttäuscht über den Entscheid der Jury. Eine Sprecherin kündigte in einem Statement an, Novartis werde das Urteil anfechten. (luek, sda)

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Novartis hat weggeschaut. (Max Akermann, 18.5. 2010)
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