Ded Gecaj an die Schweiz ausgeliefert
Ded Gecaj. (zvg)
Der mutmassliche St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj ist von der Republik Kosovo an die Schweiz ausgeliefert worden. Er wurde der St. Galler Staatsanwaltschaft zugeführt.
Gecaj war im Mai von den Behörden im Kosovo in Auslieferungshaft genommen worden. Seither bemühte sich die Schweiz um eine Überstellung des 52-Jährigen. Aus formellen Gründen musste nochmals ein Gesuch gestellt werden.
Gecaj hatte 1999 Paul Spirig, den Lehrer seiner Tochter, in St. Gallen erschossen. Nach der Tat floh er in seine Heimat Kosovo. Dort wurde er festgenommen. Er gestand die Tat und wurde 2000 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt - wegen Totschlags. Gecaj kam aber nach ungefähr zwei Jahren wieder frei und tauchte unter.
Vater soll Tochter missbraucht haben
Die St. Galler Staatsanwaltschaft hielt die Ermittlungen aufrecht, weil sie zum einen im Falle des Lehrers von Mord und nicht von Totschlag ausging. Zudem wollten die Ermittler auch den sexuellen Missbrauch der Tochter zur Verhandlung bringen. Die Staatsanwaltschaft wirft Gecaj vor, sich selbst an seiner Tochter vergangen zu haben. Die 14-Jährige soll sich damit ihrem später getöteten Lehrer anvertraut haben.
2005 stellte die Staatsanwaltschaft St. Gallen ein Auslieferungsgesuch. Zwei Jahre später wurde Gecaj in seinem Haus festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt. Im März 2008 entschied das Oberste Gericht in Kosovo, das damals noch unter Uno-Verwaltung stand, Gecaj nicht an die Schweiz auszuliefern, da er zur Tatzeit Bürger Serbiens war. Im Spätsommer kam er wieder auf freien Fuss.
Im April 2009 gelangte das Gericht zur Auffassung, dass Gecaj den Schweizer Justizbehörden überführt werden kann. Er tauchte erneut unter. Es wurde vermutet, dass er sich nach Albanien absetzte.
Die Tochter Gecajs lebt heute mit einer neuen Identität an einem unbekannten Ort in der Schweiz. (ank, sda)
