Saab kann die Mitarbeiter nicht mehr bezahlen
Der angeschlagene Autohersteller Saab hat nach eigenen Angaben kein Geld mehr, seine Mitarbeiter zu bezahlen. Verhandlungen über eine rasche Lösung würden geführt, der Erfolg sei aber unsicher, hiess es. Eine Saab-Sprecherin bezeichnete die Lage in einem Radiointerview als «bedauerlich und traurig». Medienangaben über einen angeblich bevorstehenden Insolvenzantrag wollte sie nicht kommentieren.
Am Vorabend waren Verhandlungen mit 800 Zulieferern über eine Stundung von Saab-Schulden gescheitert. Die Produktion im westschwedischen Trollhättan mit 3700 Beschäftigten steht seit mehreren Wochen mit kurzen Ausnahmen still.
Hilfe aus China?
Der niederländische Saab-Eigner Swedish Automobile (früher Spyker Cars) will das langfristige Überleben des Unternehmens durch Kapital des chinesischen Autoherstellers Zheijang Youngman Lotus und des Autogrosshändlers Pang Da sichern. Beide haben zusammen 245 Millionen Euro als neue Teileigner zugesagt, dazu aber bisher nur eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Bemühungen um kurzfristige Gelder durch Verkauf der Saab-Anlage sind erfolglos geblieben. Bei dem Hersteller von Autos für gehobene Ansprüche sind im ersten Quartal nur 10'000 Wagen und im zweiten fast keine mehr vom Band gerollt. Auch vor dem Verkauf durch den US-Konzern General Motors an den jetzigen niederländischen Eigner Anfang 2010 hatte Saab mit jährlichen Produktionszahlen um 100'000 zu den kleinsten Serienherstellern in Europa gehört.
Keine Hilfe vom Staat in Aussicht
Die schwedische Regierung will derweil keine Initiativen zur Rettung des angeschlagenen Autoherstellers Saab in Gang setzen. Wirtschaftsministerin Maud Olofsson sagte dazu: «Saab hat hier die Verantwortung und muss selbst finanzielle Lösungen finden.»
Die Ministerin meinte weiter, das Unternehmen müsse genügend liquide Mittel für Löhne und Gehälter sowie auch die offenen Rechnungen von Zulieferern aufbringen. Erst danach könne die Regierung Entscheidungen zu den Plänen des Unternehmens treffen. «Ich hoffe wirklich, dass sie das schaffen», sagte Olofsson. (ank, sda/dpa)
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