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Montag, 19.12.2011

Keine Hoffnung mehr für Saab

Die traditionsreiche schwedische Automarke Saab steht endgültig vor dem Aus. Nach neun Monaten ohne Produktion und Einnahmen bleibt dem Unternehmen nur noch der Gang zum Insolvenzrichter. Die Saab-Führung macht die frühere Konzernmutter GM mitverantwortlich.

Saab-Werk in Trollhättan: Keine Rettung mehr für die Schweden. (Keystone)

Nach einem monatelangen Überlebenskampf gehen beim schwedischen Autobauer die Lichter aus. Eine Rettung der Kult-Marke durch chinesische Geldgeber scheiterte auch am Nein der früheren Konzernmutter General Motors, die Saab mit Technologie und Patenten versorgt. GM sah bei einem Einstieg der Chinesen seine eigenen Chancen auf dem boomenden Markt in Asien in Gefahr.

Vorwürfe an GM
Nach den Worten von Saab-Chef Victor Muller hat sich General Motors einer Lösung komplett verweigert. Nach Angaben der Saab-Mutter Swedish Automobile ist die Tochter ohne weitere Finanzspritzen pleite. Muller stellte daher einen Antrag auf Zahlungsunfähigkeit. Stimmt das Gericht dem zu, würde es das Aus für die 1947 als Sparte des gleichnamigen Flugzeugherstellers gegründete Firma bedeuten.

Saab hatte sich seit einem Jahr von einer Krise zur nächsten gehangelt. Die Autoproduktion steht seit Monaten nahezu still, Gehälter und Rechnungen wurden nicht bezahlt. Zuletzt hatte es wieder Hoffnung gegeben, nachdem zwei Investoren aus China ihre Einstiegsbereitschaft erklärt hatten, unter anderem die Zhejiang Youngman Lotus Automobile.

General Motors lehnte deren Einstieg aber ab. Der US-Konzern hat bei Saab aber noch immer ein Mitspracherecht. Saab gehörte einst zu GM. Im Zuge der US-Autokrise wurde die Tochter aber Anfang 2010 an den damals Spyker genannten Konzern Swedish Automobile verkauft. GM behielt aber wichtige Patente.

Das Aus war absehbar
Anfang September hatte ein schwedisches Bezirksgericht einen Antrag auf ein kontrolliertes Konkursverfahren abgelehnt. Saab hatte damit der Spirale aus hoher Verschuldung, nicht bezahlten Löhnen und offenen Lieferanten-Rechnungen entkommen und das Vertrauen der Gläubiger zurückgewinnen wollen. Branchenkenner sahen aber schon damals keine Zukunft mehr für Saab, das zuletzt noch 30'000 Autos pro Jahr verkaufte.

Die Turbulenzen hatten die Aktien von Swedish Automobile bereits in den vergangenen Monaten abstürzen lassen. Nach den jüngsten Meldungen verbilligten sich die Papiere nochmals um rund zwei Drittel oder 14 Cent auf noch sieben Cent.

Einst ein Vorreiter
Saab mit zuletzt noch 3500 Mitarbeitern hatte einst Autofans mit Technik und Design begeistert, etwa als der Saab 900 mit seinem halbrunden Dach 1983 als weltweit erster turbogeladener Vierzylinder auf den Markt kam. (ank, reuters)

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Saab gibt auf. (Bruno Kaufmann, 19.12.2011)
Hören (1:59)

Donnerstag, 8.9.2011

Kaum noch Hoffnung für Saab

Der angeschlagene schwedische Autobauer Saab steht kurz vor dem Aus. Ein Gericht lehnte den Antrag auf Gläubigerschutz ab. Der Autobauer will gegen das Urteil in Berufung gehen.   Mehr


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