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Dienstag, 27.12.2011

Ultraorthodoxe Juden wollen Geschlechtertrennung

In der Stadt Beit Schemesch in Israel ist es zu Zusammenstössen zwischen ultraorthodoxen Juden und der Polizei gekommen. Laut Polizeiangaben wurden mehrere Personen vorübergehend festgenommen. Die Demonstranten fordern eine Geschlechtertrennung im öffentlichen Leben.

Die ultraorthodoxen Juden fordern eine Geschlechtertrennung. (Keystone)

Mehrere hundert ultraorthodoxe Juden haben sich in der Stadt Beit Schemesch bei Jerusalem gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. Die Demonstranten forderten lautstark eine strikte Geschlechtertrennung im öffentlichen Leben.

Ein Beamter wurde nach Polizeiangaben leicht verletzt, mehrere Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Mehrere Polizisten und Journalisten wurden Augenzeugen zufolge attackiert, Mülltonnen gingen in Flammen auf.

Notruf eines Fernsehsenders
Den Auseinandersetzungen war der Notruf eines Fernsehteams des Senders Channel 10 vorausgegangen, das am Montag in der Stadt gefilmt hatte und sich von einer feindlich gesonnenen Menge umzingelt sah, wie ein Polizeisprecher sagte.

Erst tags zuvor war ein Kamerateam von ultraorthodoxen Juden angegriffen worden als es Schilder filmte, die Frauen aufforderten, nicht vor der Synagoge stehen zu bleiben. Die Polizei verstärkte ihre Patrouillen in Beit Schemesch.

Zu nachgiebig mit Ultraorthodoxen
Der israelische Staat sei zu nachgiebig gegenüber den ultraorthodoxen Juden, wenn es um die Frauenrechte gehe, sagte Frances Raday, emeritierte Jura-Professorin der Hebräischen Universität Jerusalem.

Die Ultraorthodoxen missachteten das Recht auf Gleichheit von Männern und Frauen und die Frauenrechte, obwohl sie in der israelischen Verfassung festgehalten seien.

Trennung in Buslinien
So hat sich etwa seit Ende der 1980er Jahre in Buslinien, die häufig von Ultraorthodoxen benutzt werden, eine strikte Geschlechtertrennung durchgesetzt, die jedoch in jüngerer Zeit immer wieder von Frauen in Frage gestellt wurde. (inap, sda/afp)

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