Prestigeflieger müssen zum Tragflächencheck
A 380 im Flug: Probleme für den Vorzeigeflieger. (Reuters)
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat die Kontrolle aller Maschinen des Grossraumflugzeugs A 380 angeordnet. Hintergrund sind mehrere Fälle, in denen Haarrisse an den Tragflächen des Riesenairbus aufgetreten waren.
Fast 70 Riesenairbusse sind im Einsatz
Nach Angaben der EASA sollen zunächst die Maschinen kontrolliert werden, die bereits mehr als 1800 Flüge hinter sich haben. Die Flugsicherheitsbehörde hatte bereits Ende Januar eine Untersuchung von rund 20 Maschinen angeordnet.
Ein Sprecher der EASA sagte, nach der Untersuchung habe man nun entschieden, dass die gesamte A 380-Flotte überprüft werden soll. Weltweit sind derzeit 68 von den Prestigefliegern im Einsatz bei zahlreichen Fluggesellschaften - unter anderem bei der Swiss-Mutter Lufthansa. Die meisten A 380-Flüge haben die Gesellschaften Singapore
Airlines, Emirates aus Dubai und Air France absolviert, weil sie zu den ersten Kunden zählten.
Bis zu 800 Sitzplätze
Der Airbus A 380, seit 2007 im Einsatz, ist mit bis zu 800 Plätzen das grösste Passagierflugzeug der Welt. Dem europäischen Flugzeugbauer liegen derzeit mehr als 250 Bestellungen für den Jet vor. Im November 2010 hatte ein Airbus A 380 für Schlagzeilen gesorgt, dessen Rolls-Royce-Triebwerk während des Fluges explodiert war. Die Maschine musste in Singapur notlanden.
Für Airbus steht viel auf Spiel. Das 12 Milliarden Euro teure Prestigeprojekt hatte sich bereits mehrfach verzögert. Bei den Reisenden ist der A 380 zwar sehr beliebt, doch bei den Bestellungen liegt der Riesen-Vogel bislang hinter den Erwartungen von Airbus zurück. Der Flieger hat enorme Ausmasse: Die Tragflächen sind so gross, dass darauf 70 Autos parken könnten. Die Spannweite beträgt knapp 80 Meter.
Auch Airbus-Konkurrent Boeing musste jüngst mit seiner Konkurrenzmaschine Dreamliner Probleme melden. Experten sagten, dies sei beunruhigend, da es zeige, dass die beiden grossen Hersteller trotz der langwierigen Verzögerungen «nicht ganz vorn dabei seien». (ank, sda/afp/reuters)
