Griechen billigen weitere schmerzhafte Einschnitte
Proteste gegen die neuen Einschnitte: Auf dem Syntagma-Platz in Athen versammeln sich am Abend Tausende Menschen. (Keystone)
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Griechenlands Koalitionsregierung will die drohende Staatspleite mit neuen harten Sparmassnahmen abwenden. Das geplante Programm, auf das sich die Spitzen der drei Regierungsparteien nach einem weiteren Verhandlungsmarathon einigten, sieht niedrigere Mindestlöhne, eingefrorene Gehälter und einen massiven Stellenabbau im öffentlichen Dienst vor.
Selbst bei der bis zuletzt umstrittenen Rentenkürzung gab es nach Angaben der Verhandlungsteilnehmer aus Athen eine Einigung. Bis 2015 soll Griechenland so insgesamt 14 Milliarden Euro sparen, allein dieses Jahr sollen es 3,1 Milliarden sein.
Finanzminister beraten
Ein neues Sparpaket ist Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber. In Brüssel berieten am Abend die Finanzminister der Euro-Zone in einer Sondersitzung. Sie sollten zunächst den beschlossenen Sparplan prüfen. Eine Entscheidung über die Freigabe weiterer Gelder wird noch nicht erwartet.
Nach Einschätzung von SF-Korrespondent Jonas Projer ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich die Minister an einer anderen Front einigen - dem geplanten Schuldenschnitt durch die privaten Gläubiger, die auf einen Grossteil ihrer Forderungen von Griechenland verzichten sollen.
Ohne weitere Finanzhilfen droht Griechenland Mitte März die Pleite. Dann werden Staatsanleihen im Umfang von 14,5 Milliarden Euro fällig, für die das Land derzeit kein Geld hat.
Tausende protestieren
Die geplanten Einschnitte sorgten für neue Proteste. Am Abend gingen mehrere tausend Menschen im Zentrum Athens auf die Strassen. Nach Angaben der Polizei verliefen die Demonstrationen weitgehend friedlich. In ihrer Mehrheit waren die Demonstranten Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME sowie Mitglieder anderer linker Organisationen und Parteien.
Die griechischen Gewerkschaften riefen aus Protest gegen die geplanten Einschnitte erneut zu einem Streik auf - diesmal für zwei Tage. Nach ihrem Willen soll am Freitag und am Samstag die Arbeit ruhen. Bereits für den Abend waren zudem mehrere Demonstrationen linksgerichteter Organisationen geplant. Die Kommunisten riefen die Bevölkerung zum Aufstand gegen die geplanten Massnahmen auf. (ank/fors, sda/dpa/reuters)
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