FC Basel triumphiert über Bayern München mit 1:0
Valentin Stocker (rechts) schiesst den FC Basel in der 86. Minute zum Sieg. (Reuters)
Eine Unaufmerksamkeit in der Abwehr lässt den FC Bayern München um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League bangen. Nach dem jüngsten Rückschlag im Bundesliga-Titelkampf verlor der Rekordmeister am Mittwoch durch ein Tor von Valentin Stocker in der 86. Minute mit 0:1 (0:0) beim FC Basel und steht nun im Rückspiel am 13. März in München vor einer äusserst heiklen Aufgabe.
«Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat», konstatierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer ernüchtert.
Basel-Torhüter Sommer als sicherer Wert
Trotz spielerischer Überlegenheit fehlte der Elf von Trainer Jupp Heynckes vor 36'000 Zuschauern im ausverkauften St. Jakob-Park einmal mehr die Durchschlagskraft im Angriff. Zudem erwies sich bei mehreren guten Chancen Basels Torhüter Yann Sommer als unbezwingbar. «Das ist ganz bitter. Wir hatten uns vorgenommen, zu Null zu spielen. Dass es nicht geklappt hat, haben wir uns selbst zuzuschreiben», resümierte Torhüter Oliver Neuer, der ein Gegentor schon vor der Pause mit seinen Paraden verhindert hatte.
Mit der Rückkehr von Arjen Robben in die Startelf kam zunächst wieder Schwung in die beim 0:0 in Freiburg leblose Münchner Offensive. Doch der Niederländer baute mit zunehmender Spieldauer ab und stand im Schatten von Pendant Franck Ribéry. Der Dribbelkünstler aus Frankreich wirbelte wie in besten Tagen, zeigte allerdings im Abschluss zweimal Nerven. Überhaupt war die fehlende Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor nach nur vier Siegen in den letzten zwölf Auswärtsspielen auch in der Schweiz ein Manko bei den Münchnern.
Beim FC Basel, der in der Gruppenphase Englands Renommierclub Manchester United ausgeschaltet hatten, entpuppten sich der Ex-Stuttgarter Marco Streller und der künftige «Bayer» Xherdan Shaqiri als effizientes und stets gefährliches Angriffsduo.
Starker Auftakt der Gäste
Auf dem holprigen Rasen des St. Jakob-Parks waren Wille und Entschlossenheit bei den Bayern von der ersten Sekunde an spürbar. Schon in der 3. Minute bot sich Ribéry nach Robbens Heber in den freien Raum die Chance zur Führung, doch Sommer verhinderte mit einem Reflex das drohende 0:1. Wenig später stand der Franzose auf Zuspiel von Kapitän Philipp Lahm erneut frei vor dem Torhüter (11.) und scheiterte wieder am grossartig reagierenden Sommer.
Lattenschuss von Frei
Die Bayern versuchten weiter zielstrebig nach vorne zu spielen, doch hinten wackelten sie schon bei den ersten Basler Vorstössen bedenklich. In der 16. Minute musste Neuer gleich zweimal eingreifen: Erst rettete er gegen Streller, dann lenkte er den Kopfball von Alexander Dragovic reaktionsschnell an den Pfosten. Beim Lattenschuss des ebenfalls völlig freistehenden Alexander Frei (18.) wäre auch Neuer chancenlos gewesen.
Von der Offensivpower der Eidgenossen beeindruckt fielen die Bayern wieder in alte Muster zurück, im Mittelfeld wurde ein Spieler vermisst, der den Aktionen Struktur hätte geben können. Erst bei einem Distanzschuss von David Alaba (29.) deuteten die Gäste noch einmal Torgefährlichkeit an.
Zweite Hälfte mit weniger Chancen auf beiden Seiten
Mit Bayern-Dominanz, aber ohne ganz grosse Torgelegenheiten begannen die zweiten 45 Minuten, die nicht an die Klasse der ersten Hälfte heranreichten. Robben und Ribéry versuchten weiter, das Spiel schnell zu machen, fanden aber nicht die Abnehmer für ihre Anspiele. Mario Gomez bekam in der Spitze kaum verwertbare Bälle. Auch Toni Kroos und David Alaba blieben unter ihren Möglichkeiten.
Allein ein Distanzschuss von Lahm (68.) sorgte noch einmal für Aufregung vor dem Gehäuse der Basler. Auch der für Ribéry ins Spiel gekommene Müller konnte das Blatt nach dem überraschenden Rückstand nicht mehr wenden. (bru, dpa)
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