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(Keystone)

Warum der Bund die UBS rettete

Das Milliarden-Engagement des Bundes zur Rettung der UBS war stark umstritten. Dass der Staat einspringen muss, weil eine Bank zu riskant geschäftet hat, wollten viele nicht hinnehmen. Die Bank sei zu gross, um zu scheitern - «too big to fail» -, begründete der Bundesrat seinen Entscheid.

UBS für 2 Prozent des BIP verantwortlich
Die Banken sind zentral für die Volkswirtschaft der Schweiz. Drei Prozent der Menschen in der Schweiz arbeiten im Finanzgewerbe. Jeder zehnte Franken wird in diesem Bereich erwirtschaftet. Die UBS ist alleine für zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich. Gleichzeitig ist die Grossbank ein sehr wichtiger Arbeitgeber.

70'000 KMU betroffen
Darüberhinaus ist die UBS sehr eng mit der Schweizer Wirtschaft verflochten. Laut Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hängen 70'000 kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) direkt von der UBS ab.

Mitentscheidend für das Eingreifen des Bundes war die Befürchtung, dass eine angeschlagene UBS die 70'000 KMU nicht mehr mit genügend Krediten versorgen könnte. Die Bank kommt nach eigenen Angaben bei den Krediten an Unternehmen auf einen Marktanteil von 15 Prozent, in gewissen Bereichen sogar auf mehr. Zusammen mit der Credit Suisse dominiert sie das Geschäft, das für die KMU überlebenswichtig ist. Über die UBS läuft auch ein Viertel aller Hypotheken.

Global bedeutend
Die UBS ist nicht nur für die Schweizer Volkswirtschaft wichtig, sondern sie ist auch global bedeutend. Sie ist die grösste nichtamerikanische Vermögensverwalterin. Die UBS verwaltet noch immer über 1000 Milliarden Franken aus der ganzen Welt. Sie ist zudem eine grosse Devisenhändlerin mit einem Marktanteil von über zehn Prozent.

Wäre die UBS ernsthaft ins Wanken geraten oder gar gestürzt, hätte das auch international Konsequenzen gehabt. Was passiert, wenn eine der weltgrössten Banken bankrott geht, hat der Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers gezeigt: Unter diesem Konkurs leiden die Finanzmärkte rund um die Welt.

UBS-Kunden zogen Gelder ab
Im Zusammenhang mit der Finanzkrise musste die UBS bislang bereits 45 Milliarden Franken abschreiben, so viel wie keine andere europäische Bank. Ein Auslöser für die Zuspitzung ihrer Lage war der Vertrauensverlust der Kunden. Das belegt der Abfluss der Gelder: Allein im vierten Quartal 2008 zogen die Kunden netto 85,8 Milliarden Franken ab.  Auch 2009 behielt der Abfluss seine dramatischen Ausmasse. Kunden zogen 147 Milliarden von der UBS ab.

Keine Chance auf private Kredite
Der zweite Auslöser für die grosse Krise war, dass die Bank am freien Markt von anderen Banken keine Kredite mehr erhielt. Nachdem die Banken in den europäischen Ländern im Herbst 2008 praktisch mit Staatsgarantien arbeiten, hatte die UBS, die zudem immer noch rund 50 Milliarden Franken Schrott-Anleihen in ihren Büchern hatte, wohl auch keine Chance auf frische Kredite mehr.

Die Notrettung
Die Beteiligung des Bundes an der UBS geht auf die schwierige Lage im Herbst 2008 zurück. Damals drohte der UBS wegen riskanter Geschäfte im US-Hypothekenmarkt der Zusammenbruch. Der Bund fasste damals den einmaligen Entscheid und schoss sechs Milliarden Franken in die UBS ein. Die grösste Schweizer Bank erhielt ferner Hilfe von der Nationalbank, welche die Auslagerung fauler oder illiquider Wertpapiere von 60 Milliarden Dollar absicherte. (nab)

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