(Reuters)
Obamas Antrittsrede im Wortlaut
In seiner Antrittsrede als neuer Präsident der USA hat Barack Obama seinen Landsleuten Mut zugesprochen, gemeinsam mit ihm die schweren wirtschaftlichen und politischen Probleme zu lösen. Zugleich bekannte sich Obama zur Entwicklung alternativer Energieformen, einer Verbesserung des Gesundheitssystems und zu einem Truppenabzug aus dem Irak.
Die Rede trug nach einer inoffiziellen Übersetzung der Nachrichtenagentur AP folgenden Wortlaut:
«Meine lieben Landsleute, ich stehe hier heute demütig angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, dankbar wegen des Vertrauens, das ihr mir gewährt habt und eingedenk der Opfer unserer Vorfahren. Ich danke Präsident Bush für seinen Dienst für unser Land und für die Grosszügigkeit und die Zusammenarbeit, die er während der Zeit des Regierungswechsels gezeigt hat.
Vierundvierzig Amerikaner haben bisher den Amtseid des Präsidenten abgelegt. Diese Worte wurden gesprochen in Flutzeiten des wachsenden Wohlstands und in der ruhigen See von Friedenszeiten. Doch ebensooft wird der Amtseid abgelegt, wenn Wolken aufkommen und Stürme wüten.
In solchen Zeiten ist Amerika nicht nur deswegen weitergekommen, weil die hohen Amtsträger so begabt oder so weitsichtig gewesen waren, sondern auch deswegen, weil das Volk den Idealen unserer Vorfahren und unseren Gründungsdokumenten treu geblieben ist. So ist es gewesen. Und so muss es auch mit dieser Generation von Amerikanern sein.
Dass wir mitten in einer Krise stecken, wird nun überall verstanden. Unsere Nation befindet sich im Krieg gegen ein weit gespanntes Netz der Gewalt und des Hasses. Unsere Wirtschaft ist schwer geschwächt - als Folge von Habgier und Unverantwortlichkeit auf Seiten einiger, aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf eine neue Ära vorzubereiten.
Häuser wurden verloren, Arbeitsplätze abgebaut, Unternehmen geschlossen. Unser Gesundheitssystem ist zu kostspielig, zu viele unserer Schulen versagen, und jeder Tag bringt weitere Beweise, dass die Art, wie wir Energie verbrauchen, unsere Gegner stärkt und unseren Planeten bedroht.
Das sind die Anzeichen der Krise, wie sie mit Daten und Statistiken erfasst werden können. Nicht messbar, aber nicht weniger tiefgehend ist die Schwächung des Vertrauens im ganzen Land - eine nagende Angst, dass der Niedergang Amerikas unvermeidlich ist und dass die nächste Generation Abstriche machen muss.
Hoffnung über Angst stellen
Heute sage ich euch, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, real sind. Sie sind ernst, und es gibt viele von ihnen. Wir werden sie weder mühelos noch in kurzer Zeit bewältigen. Aber das sollst du wissen, Amerika, sie werden bewältigt!
An diesem Tag haben wir uns versammelt, da wir Hoffnung über Angst, Einigkeit im Ziel über Konflikt und Zwietracht stellen.
An diesem Tag sind wir gekommen, um das Ende von engstirnigen Klagen und falschen Versprechungen zu verkünden, von gegenseitigen Schuldzuweisungen und abgenutzten Dogmen, die viel zu lange unserer Politik die Luft abgeschnitten haben.
Wir bleiben eine junge Nation, aber nach den Worten der Schrift ist die Zeit gekommen, kindliche Dinge abzulegen. Es ist an der Zeit, unseren ausdauernden Geist zu bekräftigen; unsere bessere Geschichte zu wählen; unsere wertvolles Geschenk weiterzugeben, diese erhabene Vorstellung, übermittelt von Generation zu Generation:
Das von Gott gegebene Versprechen, dass alle gleich sind, alle frei sind und alle eine Chance verdienen, ihr volles Mass an Glück anzustreben.
Wenn wir die Grösse unseres Landes bekräftigen, verstehen wir doch, dass Grösse nie als gegeben betrachtet werden kann. Sie muss verdient werden.
Auf unsere Reise ging es nie um Abkürzungen oder darum, sich mit weniger zufriedenzugeben. Es war nie der Weg der Mutlosen - derjenigen, die Freizeit über Arbeit stellen, oder die nur die Freuden des Reichtums oder des Ruhms suchen.
Vielmehr waren es jene, die Risiken auf sich genommen haben, die Handelnden, die Macher, die uns auf diesen langen und zerklüfteten Weg zu Wohlstand und Freiheit mitgenommen haben - manche von ihnen gefeiert, aber häufiger waren es Männer und Frauen, deren Leistung unbekannt geblieben ist.
Für uns haben sie ihren geringen weltlichen Besitz zusammengepackt und haben auf der Suche nach einem neuen Leben Ozeane überquert. Für uns haben sie bei Ausbeutern geschuftet und den Westen besiedelt, haben den Hieb der Peitsche ertragen und die harte Erde gepflügt.
Für uns haben sie gekämpft und sind sie gestorben, an Orten wie Concord und Gettysburg, in der Normandie und in Khe Sahn.
Immer wieder haben diese Männer und Frauen gekämpft, Opfer gebracht und gearbeitet, bis ihre Hände wund waren, damit wir ein besseres Leben führen können.
Sie haben Amerika als etwas Grösseres angesehen als die Summe unserer einzelnen Begierden; grösser als alle Unterschiede von Geburt, Wohlstand oder Partei. Diese Reise setzen wir heute fort.
Wir bleiben die reichste und mächtigste Nation der Welt. Unsere Arbeiter sind nicht weniger produktiv als vor Beginn dieser Krise.
Unsere Köpfe sind nicht weniger erfindungsreich, unsere Waren und Dienstleistungen werden nicht weniger gebraucht als vergangene Woche, im vergangenen Monat oder im vergangenen Jahr. Unsere Leistungskraft bleibt unverändert.
Aber die Zeit, dass wir Änderungen widersetzen, kleingeistige Interessen schützen und unliebsame Entscheidungen verschieben, diese Zeit ist sicherlich vorbei. Angefangen mit dem heutigen Tag müssen wir uns selbst aufrichten, den Staub abschütteln und wieder mit der Arbeit beginnen, Amerika zu erneuern.
Überall Arbeit, die getan werden muss
Überall, wohin wir schauen, ist Arbeit, die getan werden muss. Der Zustand der Wirtschaft verlangt Taten, kühn und schnell. Und wir werden handeln, nicht nur, um neue Jobs zu schaffen, sondern um eine neue Grundlage für Wachstum zu legen.
Wir werden die Strassen und Brücken bauen, die Stromnetze und Digitalleitungen, die unseren Handel nähren und uns miteinander verbinden. Wir werden der Wissenschaft wieder den ihr zukommenden Platz zuweisen und die Wunder der Technik nutzen, um die Qualität des Gesundheitssystem zu steigern und ihre Kosten zu senken.
Wir werden die Sonne, den Wind und das Erdreich nutzbar machen, um unsere Autos und Fabriken anzutreiben. Und wir werden unsere Schulen, Fachhochschulen und Universitäten umwandeln, damit sie den Herausforderungen einer neuen Zeit gerecht werden.
All das können wir schaffen. Und all das werden wir schaffen.
Nun gibt es einige, die das Mass unserer Ambitionen in Frage stellen, die andeuten, dass unser System nicht zu viele grosse Pläne verkraften kann. Deren Gedächtnis ist kurz.
Weil sie vergessen haben, was dieses Land bereits geleistet hat, was freie Männer und Frauen erreichen können, wenn sich Vorstellungskraft und gemeinsame Absicht und der erforderliche Mut miteinander verbinden.
Was die Zyniker nicht verstehen können, ist, dass sich der Boden unter ihnen verschoben hat, dass die abgestandenen politischen Argumente, die uns so lange zugesetzt haben, nun nicht mehr gültig sind.
Die Frage, die wir heute stellen, lautet nicht, ob unsere Regierung zu gross oder zu klein ist, sondern ob sie arbeitet - ob sie Familien dabei hilft, einen Arbeitsplatz mit einem anständigen Lohn zu finden, eine Gesundheitsversorgung, die sie sich leisten können, einen Ruhestand in Würde.
Wenn die Antwort Ja lautet, dann wollen wir weiter vorangehen. Wenn die Antwort Nein ist, werden die Programme eingestellt.
Und diejenigen von uns, die mit den öffentlichen Dollars umgehen, werden zur Rechenschaft gezogen, dass sie klug ausgeben, schlechte Gewohnheiten reformieren und unsere Geschäfte im Tageslicht betreiben - weil wir nur dann das lebenswichtige Vertrauen zwischen einem Volk und seiner Regierung wiederherstellen können.
Die vor uns liegende Frage lautet auch nicht, ob der Markt eine Kraft zum Guten oder zum Bösen ist. Seine Kraft, Wohlstand zu erzeugen und Freiheit zu erweitern, ist ohne Beispiel.
Aber diese Krise hat uns daran erinnert, dass der Markt ohne ein wachsames Auge ausser Kontrolle geraten kann und dass eine Nation nicht länger gedeihen kann, wenn sie nur die Wohlhabenden begünstigt.
Der Erfolg unserer Wirtschaft war stets nicht nur von der Grösse unseres Bruttoinlandprodukts abhängig, sondern auch von der Reichweite unseres Wohlstands, von unserer Fähigkeit, jedem willigen Herz eine Chance zu geben - nicht aus Mitleid, sondern weil dies der sicherste Weg z unserem Gemeinwohl ist.
Was unsere gemeinsame Verteidigung betrifft, weisen wir die Vorstellung als falsch zurück, dass es eine Wahl zwischen unserer Sicherheit und unseren Idealen gibt.
Unsere Gründerväter, die mit Gefahren konfrontiert waren, die wir uns kaum vorstellen können, haben eine Verfassung entworfen, um die Herrschaft des Rechts und die Rechte des Menschen zu gewährleisten, eine Verfassung, die mit dem Blut von Generationen angereichert wurde.
Diese Ideale erleuchten immer noch die Welt und wir werden sie nicht aus Berechnung aufgeben.
Amerika ein Freund jeder Nation
Daher sagen wir allen anderen Völkern und Regierungen, die heute zuschauen, von den grössten Hauptstädten bis zu dem kleinen Dorf, in dem mein Vater geboren wurde: Wisst, dass Amerika ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes ist, die eine Zukunft in Frieden und Würde anstreben, und dass wir bereit sein,
einmal mehr zu führen.
Erinnert euch daran, dass frühere Generationen dem Faschismus und dem Kommunismus nicht einfach nur mit Raketen und Panzern begegnet sind, sondern mit robusten Allianzen und dauerhaften Überzeugungen.
Sie verstanden, dass unsere Macht allein uns nicht beschützen kann und dass sie uns nicht ermächtigt, nach Belieben zu handeln.
Stattdessen wussten sie, dass unsere Macht durch ihre kluge Anwendung wächst, dass sich unsere Sicherheit aus der Gerechtigkeit unserer Sache ableitet, aus der Kraft unseres Beispiels, den mässigenden Qualitäten von Bescheidenheit und Zurückhaltung.
Wir sind die Bewahrer dieses Erbes. Wenn wir uns abermals von diesen Grundsätzen leiten lassen, können wir diesen neuen Bedrohungen begegnen, die noch grössere Anstrengung erfordern, noch mehr Zusammenarbeit und Verständnis zwischen den Nationen.
Wir werden damit beginnen, den Irak auf verantwortungsvolle Weise seiner Bevölkerung zu überlassen, und einen hart erkämpften Frieden in Afghanistan zu schliessen.
Mit alten Freunden und ehemaligen Feinden werden wir unermüdlich daran arbeiten, die atomare Gefahr zu verringern und das Schreckgespenst eines sich aufheizenden Planeten zu verbannen.
Wir werden uns nicht für unsere Art zu leben entschuldigen, noch werden wir bei dessen Verteidigung nachlassen.
Und denjenigen, die ihre Ziele mit Terror und der Ermordung von Unschuldigen verfolgen wollen, sagen wir jetzt, dass unser Geist stärker ist und nicht gebrochen werden kann.
Ihr könnt uns nicht überleben und wir werden euch besiegen. Denn wir wissen, dass unser Patchwork-Erbe eine Stärke und keine Schwäche ist.
Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus - und von Nichtgläubigen. Wir sind geformt von jeder Sprache und Kultur von jedem Ende dieser Erde.
Und weil wir das bittere Gesöff des Bürgerkriegs und der Trennung gekostet haben und aus diesem dunklen Kapitel stärker und geeinter hervorgegangen sind, können wir nicht anders als zu glauben, dass der alte Hass eines Tages verschwindet, dass die Trennlinien der Stämme sich bald auflösen, dass unsere gemeinsame Menschlichkeit zum Vorschein kommt, während die Welt kleiner wird, und dass Amerika seine Rolle spielen muss bei der Förderung einer neuen Ära des Friedens.
Die Welt hat sich geändert
Der islamischen Welt sage ich, wir suchen einen neuen Weg nach vorn, gegründet auf gegenseitigem Interesse und Respekt.
Denjenigen Führern auf der Welt, die Konflikt säen wollen oder die den Westen für die Krankheiten ihrer Gesellschaft verantwortlich machen, sage ich, wisst, dass euer Volk euch daran messen wird, was ihr bauen könnt, nicht an dem, was ihr zerstört.
Denen, die sich mit Korruption, Betrug und der Unterdrückung abweichender Meinungen an die Macht klammern, sage ich, wisst, dass ihr auf der falschen Seite der Geschichte steht, aber dass wir eine Hand reichen, wenn ihr bereit seid, eure Faust zu öffnen.
Den Menschen in armen Nationen versprechen wir, an eurer Seite zu arbeiten, damit eure Felder gedeihen und damit sauberes Wasser fliesst, dass ausgehungerte Körper genährt und hungrige Köpfe gefüttert werden.
Und den Nationen, die wie unsere relative Fülle geniessen, sagen wir, dass wir es uns nicht länger leisten können, dem Leid ausserhalb unserer Grenzen gleichgültig zuzusehen.
Auch können wir die Ressourcen der Welt nicht verbrauchen, ohne auf die Konsequenzen zu achten. Denn die Welt hat sich geändert, und wir müssen uns mit ihr ändern.
Wenn wir die Strasse betrachten, die sich vor uns erstreckt, denken wir in bescheidener Dankbarkeit an diejenigen tapferen Amerikaner, die genau zu dieser Stunde in abgelegenen Wüsten und fernen Bergen patrouillieren.
Sie haben uns heute etwas zu sagen, genauso wie die gefallenen Helden, die in Arlington begraben sind, durch die Jahrhunderte flüstern.
Wir ehren sie nicht nur, weil sie Wächter unserer Freiheit sind, sondern auch weil sie den Geist des Dienstes verkörpern, eine Bereitschaft, einen Sinn in etwas Grösserem zu finden, als sie selbst sind.
Und es ist genau dieser Geist, der uns alle in diesem Augenblick, einem Augenblick, der eine Generation bestimmen wird, erfüllen muss.
Denn so viel eine Regierung tun kann und tun muss, ist es letztlich der Glaube und die Entschlossenheit des amerikanischen Volkes, worauf diese Nation vertraut.
In unseren dunkelsten Stunden erleben wir die Freundlichkeit, einen Fremden aufzunehmen, wenn die Dämme brechen, die Selbstlosigkeit von Arbeitern, die lieber ihre Zeit kürzen als zu sehen, dass ein Freund seine Stelle verliert.
Es ist der Mut des Feuerwehrmanns, in ein mit Rauch gefülltes Treppenhaus zu stürmen, aber auch die Bereitwilligkeit von Eltern, ein Kind zu versorgen, welches letztlich unser Schicksal bestimmt.
Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, mögen neu sein. Die Instrumente, mit denen wir sie meisten wollen, mögen ebenfall neu sein.
Aber die Werte, von denen unser Erfolg abhängt - harte Arbeit und Ehrlichkeit, Mut und Fair-Play, Toleranz und Neugier, Loyalität und Patriotismus - diese Dinge sind alt. Diese Dinge sind wahr.
Sie sind in unserer gesamten Geschichte die stille Kraft des Fortschritts gewesen. Was dann gefordert ist, ist eine Rückkehr zu diesen Wahrheiten.
Was von uns nun verlangt wird, ist eine neue Ära der Verantwortung, eine Anerkennung, von jedem Amerikaner, dass wir Pflichten gegenüber uns selbst haben, gegenüber unserer Nation und gegenüber der Welt, Pflichten, die wir nicht unwillig akzeptieren, sondern eher froh annehmen, fest im Bewusstsein, dass nichts so befriedigend für den Geist, so bestimmend für unseren Charakter ist, als alles für eine schwierige Aufgabe zu geben.
«Der Preis und das Versprechen der Staatsbürgerschaft»
Dies ist der Preis und das Versprechen der Staatsbürgerschaft. Das ist die Quelle unserer Zuversicht, das Wissen, dass Gott uns gerufen hat, ein unbestimmtes Schicksal zu formen.
Das ist die Bedeutung unserer Freiheit und unseres Glaubens, warum Männer und Frauen und Kinder von jeder Hautfarbe und mit jedem Glauben sich der Feier auf dieser prächtigen Strasse anschliessen können, und warum ein Mann, dessen Vater vor weniger als 60 Jahren noch nicht einmal in einem örtlichen Restaurant bedient worden
wäre, nun vor euch stehen kann, um einen heiligsten Eid zu leisten.
So lasst uns nun diesen Tag im Gedenken begehen, wer wir sind und wie weit wir gereist sind. Im Jahr von Amerikas Geburt, im kältesten aller Monate, hat sich ein kleiner Haufen von Patrioten am Ufer eines eisigen Flusses um erlöschende Lagerfeuer gekauert.
Die Hauptstadt war verlassen. Der Feind kam näher. Der Schnee war mit Blut befleckt. In einem Augenblick, als das Ergebnis unserer Revolution äusserst zweifelhaft war, haben die Väter unserer Nation angeordnet, dass diese Worte dem Volk vorgelesen werden:
«Lasst der künftigen Welt gesagt sein, dass in der Tiefe des Winters, als nur noch Hoffnung und Tugend überleben konnten, die Stadt und das Land, alarmiert von einer gemeinsamen Bedrohung, herausgekommen sind, um ihr zu begegnen.»
Amerika, im Angesicht unserer gemeinsamen Gefahren, in diesem Winter unserer Bedrängnis, lasst uns an diese zeitlosen Worte denken. Lasst uns mit Hoffnung und Tugend einmal mehr den eisigen Strömungen trotzen und ertragen, welche Stürme auch kommen mögen.
Mögen noch unsere Urenkel sagen, dass wir, als wir geprüft wurden, uns weigerten, diese Reise enden zu lassen. Dass wir nicht umgekehrt sind oder gewankt haben.
Und dass wir mit Augen, die auf den Horizont und Gottes Gnade über uns gerichtet waren, dieses grosse Geschenk der Freiheit weitergetragen und sicher an künftige Generationen überreicht haben.»
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Englischer Wortlaut
I stand here today humbled by the task before us, grateful for the trust you have bestowed, mindful of the sacrifices borne by our ancestors. I thank President Bush for his service to our nation, as well as the generosity and co-operation he has shown throughout this transition.
Forty-four Americans have now taken the presidential oath. The words have been spoken during rising tides of prosperity and the still waters of peace. Yet, every so often the oath is taken amidst gathering clouds and raging storms. At these moments, America has carried on not simply because of the skill or vision of those in high office, but because we, the people, have remained faithful to the ideals of our forbearers, and true to our founding documents.
So it has been. So it must be with this generation of Americans.
That we are in the midst of crisis is now well understood. Our nation is at war, against a far-reaching network of violence and hatred. Our economy is badly weakened, a consequence of greed and irresponsibility on the part of some, but also our collective failure to make hard choices and prepare the nation for a new age. Homes have been lost; jobs shed; businesses shuttered. Our health care is too costly; our schools fail too many; and each day brings further evidence that the ways we use energy strengthen our adversaries and threaten our planet.
These are the indicators of crisis, subject to data and statistics. Less measurable but no less profound is a sapping of confidence across our land - a nagging fear that America's decline is inevitable, and that the next generation must lower its sights.
Today I say to you that the challenges we face are real. They are serious and they are many. They will not be met easily or in a short span of time. But know this, America - they will be met.
On this day, we gather because we have chosen hope over fear, unity of purpose over conflict and discord.
On this day, we come to proclaim an end to the petty grievances and false promises, the recriminations and worn out dogmas, that for far too long have strangled our politics.
We remain a young nation, but in the words of scripture, the time has come to set aside childish things. The time has come to reaffirm our enduring spirit; to choose our better history; to carry forward that precious gift, that noble idea, passed on from generation to generation: the God-given promise that all are equal, all are free, and all deserve a chance to pursue their full measure of happiness.
In reaffirming the greatness of our nation, we understand that greatness is never a given. It must be earned. Our journey has never been one of short-cuts or settling for less. It has not been the path for the faint-hearted - for those who prefer leisure over work, or seek only the pleasures of riches and fame. Rather, it has been the risk-takers, the doers, the makers of things - some celebrated but more often men and women obscure in their labour, who have carried us up the long, rugged path towards prosperity and freedom.
For us, they packed up their few worldly possessions and travelled across oceans in search of a new life.
For us, they toiled in sweatshops and settled the West; endured the lash of the whip and ploughed the hard earth.
For us, they fought and died, in places like Concord and Gettysburg; Normandy and Khe Sahn.
Time and again these men and women struggled and sacrificed and worked till their hands were raw so that we might live a better life. They saw America as bigger than the sum of our individual ambitions; greater than all the differences of birth or wealth or faction.
This is the journey we continue today. We remain the most prosperous, powerful nation on earth. Our workers are no less productive than when this crisis began. Our minds are no less inventive, our goods and services no less needed than they were last week or last month or last year. Our capacity remains undiminished. But our time of standing pat, of protecting narrow interests and putting off unpleasant decisions - that time has surely passed. Starting today, we must pick ourselves up, dust ourselves off, and begin again the work of remaking America.
For everywhere we look, there is work to be done. The state of the economy calls for action, bold and swift, and we will act - not only to create new jobs, but to lay a new foundation for growth. We will build the roads and bridges, the electric grids and digital lines that feed our commerce and bind us together. We will restore science to its rightful place, and wield technology's wonders to raise health care's quality and lower its cost. We will harness the sun and the winds and the soil to fuel our cars and run our factories. And we will transform our schools and colleges and universities to meet the demands of a new age. All this we can do. All this we will do.
Now, there are some who question the scale of our ambitions - who suggest that our system cannot tolerate too many big plans. Their memories are short. For they have forgotten what this country has already done; what free men and women can achieve when imagination is joined to common purpose, and necessity to courage.
What the cynics fail to understand is that the ground has shifted beneath them - that the stale political arguments that have consumed us for so long no longer apply. The question we ask today is not whether our government is too big or too small, but whether it works - whether it helps families find jobs at a decent wage, care they can afford, a retirement that is dignified. Where the answer is yes, we intend to move forward. Where the answer is no, programs will end. And those of us who manage the public's dollars will be held to account - to spend wisely, reform bad habits, and do our business in the light of day - because only then can we restore the vital trust between a people and their government.
Nor is the question before us whether the market is a force for good or ill. Its power to generate wealth and expand freedom is unmatched, but this crisis has reminded us that without a watchful eye, the market can spin out of control - that a nation cannot prosper long when it favours only the prosperous. The success of our economy has always depended not just on the size of our gross domestic product, but on the reach of our prosperity; on the ability to extend opportunity to every willing heart - not out of charity, but because it is the surest route to our common good.
As for our common defence, we reject as false the choice between our safety and our ideals. Our founding fathers, faced with perils we can scarcely imagine, drafted a charter to assure the rule of law and the rights of man, a charter expanded by the blood of generations. Those ideals still light the world, and we will not give them up for expedience's sake. And so to all other peoples and governments who are watching today, from the grandest capitals to the small village where my father was born: know that America is a friend of each nation and every man, woman, and child who seeks a future of peace and dignity, and we are ready to lead once more.
Recall that earlier generations faced down fascism and communism not just with missiles and tanks, but with the sturdy alliances and enduring convictions. They understood that our power alone cannot protect us, nor does it entitle us to do as we please. Instead, they knew that our power grows through its prudent use; our security emanates from the justness of our cause, the force of our example, the tempering qualities of humility and restraint.
We are the keepers of this legacy. Guided by these principles once more, we can meet those new threats that demand even greater effort - even greater cooperation and understanding between nations. We will begin to responsibly leave Iraq to its people, and forge a hard-earned peace in Afghanistan. With old friends and former foes, we will work tirelessly to lessen the nuclear threat, and roll back the spectre of a warming planet. We will not apologize for our way of life, nor will we waver in its defence, and for those who seek to advance their aims by inducing terror and slaughtering innocents, we say to you now that our spirit is stronger and cannot be broken; you cannot outlast us, and we will defeat you.
For we know that our patchwork heritage is a strength, not a weakness. We are a nation of Christians and Muslims, Jews and Hindus - and non-believers. We are shaped by every language and culture, drawn from every end of this earth; and because we have tasted the bitter swill of civil war and segregation, and emerged from that dark chapter stronger and more united, we cannot help but believe that the old hatreds shall someday pass; that the lines of tribe shall soon dissolve; that as the world grows smaller, our common humanity shall reveal itself; and that America must play its role in ushering in a new era of peace.
To the Muslim world, we seek a new way forward, based on mutual interest and mutual respect. To those leaders around the globe who seek to sow conflict, or blame their society's ills on the West - know that your people will judge you on what you can build, not what you destroy. To those who cling to power through corruption and deceit and the silencing of dissent, know that you are on the wrong side of history; but that we will extend a hand if you are willing to unclench your fist.
To the people of poor nations, we pledge to work alongside you to make your farms flourish and let clean waters flow; to nourish starved bodies and feed hungry minds. And to those nations like ours that enjoy relative plenty, we say we can no longer afford indifference to suffering outside our borders; nor can we consume the world's resources without regard to effect. For the world has changed, and we must change with it.
As we consider the road that unfolds before us, we remember with humble gratitude those brave Americans who, at this very hour, patrol far-off deserts and distant mountains. They have something to tell us, just as the fallen heroes who lie in Arlington whisper through the ages. We honour them not only because they are guardians of our liberty, but because they embody the spirit of service; a willingness to find meaning in something greater than themselves. And yet, at this moment - a moment that will define a generation - it is precisely this spirit that must inhabit us all.
For as much as government can do and must do, it is ultimately the faith and determination of the American people upon which this nation relies. It is the kindness to take in a stranger when the levees break, the selflessness of workers who would rather cut their hours than see a friend lose their job which sees us through our darkest hours. It is the firefighter's courage to storm a stairway filled with smoke, but also a parent's willingness to nurture a child, that finally decides our fate.
Our challenges may be new. The instruments with which we meet them may be new. But those values upon which our success depends - honesty and hard work, courage and fair play, tolerance and curiosity, loyalty and patriotism - these things are old. These things are true. They have been the quiet force of progress throughout our history. What is demanded then is a return to these truths. What is required of us now is a new era of responsibility - a recognition, on the part of every American, that we have duties to ourselves, our nation, and the world, duties that we do not grudgingly accept but rather seize gladly, firm in the knowledge that there is nothing so satisfying to the spirit, so defining of our character, than giving our all to a difficult task.
This is the price and the promise of citizenship.
This is the source of our confidence - the knowledge that God calls on us to shape an uncertain destiny.
This is the meaning of our liberty and our creed - why men and women and children of every race and every faith can join in celebration across this magnificent mall, and why a man whose father less than 60 years ago might not have been served at a local restaurant can now stand before you to take a most sacred oath.
So let us mark this day with remembrance, of who we are and how far we have travelled. In the year of America's birth, in the coldest of months, a small band of patriots huddled by dying campfires on the shores of an icy river. The capital was abandoned. The enemy was advancing. The snow was stained with blood. At a moment when the outcome of our revolution was most in doubt, the father of our nation ordered these words be read to the people:
«Let it be told to the future world...that in the depth of winter, when nothing but hope and virtue could survive...that the city and the country, alarmed at one common danger, came forth to meet [it].»
America. In the face of our common dangers, in this winter of our hardship, let us remember these timeless words. With hope and virtue, let us brave once more the icy currents, and endure what storms may come. Let it be said by our children's children that when we were tested we refused to let this journey end, that we did not turn back nor did we falter; and with eyes fixed on the horizon and God's grace upon us, we carried forth that great gift of freedom and delivered it safely to future generations.
Thank you. God bless you. And God bless the United States of America.
(Quelle: BBC)
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