Papst: «Kondome lösen das Aids-Problem nicht»
Papst Benedikt XVI. (Keystone)
Papst Benedikt XVI. hält die Verteilung von Kondomen nicht für die richtige Antwort im Kampf gegen Aids. Damit könne man das Problem nicht lösen, sagte der Papst auf dem Flug nach Kamerun. «Im Gegenteil, es vergrössert das Problem», fügte er hinzu. Der Vatikan setzt sich im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit für sexuelle Enthaltsamkeit ein.
Benedikt XVI. äusserte sich auf dem Weg zu seinem ersten Besuch in Afrika. Er wird zunächst in Kamerun und am Freitag in Angola erwartet. Vor seiner Abreise hatte Benedikt XVI. erklärt, er wolle den Christen in Kamerun und Angola «konkret meine Nähe und die der Kirche» zeigen. Ihm gehe es nicht um Politik, sondern um «Evangelisierung».
«Wachstumsregion» der katholischen Kirche
Afrika gilt als «Wachstumsregion» der katholischen Kirche, aber auch von Freikirchen und ist massiv von der globalen Krise betroffen. «Allein die Kirche kann hier die Wahrheit sagen über Korruption und die Unterschiede, die in unserer Gesellschaft bestehen», erklärte in Kamerun Pater Sosthene Bayemi Eseka im Vorfeld des Papstbesuches. Benedikt möchte all dies bündeln und auch damit an seinen Vorgänger anknüpfen.
In Kamerun, wo rund 40 Prozent der Menschen Christen und die meisten von ihnen Katholiken sind, will der Papst den Bischöfen des Kontinents das Arbeitspapier zur zweiten Afrika-Synode im Oktober in Rom überreichen. Das Schlussdokument der ersten Afrika-Synode hatte vor mehr als einem Jahrzehnt Johannes Paul II. in Jaunde überbracht.
Im Unterschied zu seinem Vorgänger, der Afrika 16 Mal und damit mehr als jeden anderen Kontinent besuchte, kennt Benedikt XVI. Afrika aus eigener Anschauung bisher fast nicht. Er reiste nur ein Mal auf den Kontinent: 1987 als Kardinal in Kongos Hauptstadt Kinshasa.
Heimreise am Montag
In Angola will Benedikt XVI. seine Botschaft von Frieden und Versöhnung besonders eindringlich verkünden - als eine an alle Welt gerichtete Stellungnahme zur Zukunft des Kontinents Afrika. Am kommenden Montag wird Benedikt wieder nach Hause reisen. (ank, dpa)
