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30.3.2009, 15.30 Uhr

Tote bei Überfall auf pakistanische Polizeischule

Extremisten haben eine Polizeiakademie im Osten Pakistans überfallen und ein Blutbad angerichtet. Nach stundenlangen Kämpfen konnten die Angreifer überwältigt werden.

Polizisten befreien Geiseln in der Polizeischule. (Keystone)

Augenzeugen zufolge griffen die schwer bewaffneten Extremisten während der morgendlichen Übungen der Kadetten von mehreren Seiten den Exerzierplatz an. Danach verschanzten sie sich auf dem Gelände nahe der Stadt Lahore, nahmen etwa 35 Geiseln und lieferten sich Schiessereien mit den herbeigeeilten Soldaten.

Mindestens elf Beamte wurden getötet und über neunzig verletzt. Erst nach mehreren Stunden konnten die Sicherheitskräfte die Extremisten überwältigen.

«Bärtige, junge Männer»
Nach Angaben eines Regierungssprechers wurden acht der Täter getötet, darunter zwei, die sich selbst in die Luft sprengten. Sechs Bewaffnete wurden festgenommen. Wer hinter dem Überfall steckt, war unklar. Augenzeugen beschrieben die Täter als «bärtige, junge Männer».

Die Art des Überfalls weckte Erinnerungen an den Anschlag auf die sri-lankische Kricket-Nationalmannschaft vor rund vier Wochen, bei dem - ebenfalls in Lahore - sieben Menschen getötet wurden. Die Täter waren unerkannt entkommen.

Antwort auf Obama
Mit der Geiselnahme wollen die Extremisten Aufmerksamkeit erhalten. Durch koordinierte Angriffe auf spektakuläre Ziele soll die pakistanische Regierung gedemütigt werden. Schliesslich wird dadurch gezeigt, dass das offizielle Pakistan nicht in der Lage ist, seine Bevölkerung zu schützen.

Der Anschlag ist zudem eine Antwort auf die Strategie von US-Präsident Barack Obama. Dieser fordert von Pakistan mehr Verantwortung im Kampf gegen den Terrorismus.

Leichtes Anschlagsziel
Die pakistanische Regierung ist eine der wichtigsten internationalen Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus. Die Sicherheitskräfte dort kämpfen seit Jahren gegen das Terrornetzwerk al-Qaida und die Taliban, die im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet ihre Schlupflöcher haben.

Durchschlagende Erfolge können sie jedoch nicht vorweisen. Die pakistanische Polizei ist oftmals personell unterbesetzt und schlecht ausgerüstet. Das macht sie zu einem leichten Anschlagsziel für islamistische Extremisten. (sam, ap/reuters)

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Journalistin Agnes Tandler über die Hintergründe des Anschlags. (Michael Bolliger, 30.3.2009)
Hören (3:50)

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