Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Schweinegrippe-Erreger - das mutierte H1N1-Virus - auf mehreren Kontinenten durch Übertragung von Mensch zu Mensch ausgebreitet. Im Gegensatz zu anderen Grippen trifft sie vor allem junge und gesunde Menschen.
Was genau ist die Schweinegrippe? Die Schweinegrippe ist eine eigentlich ganz normale Krankheit unter Schweinen. Bei Schweinen ist die Influenza genauso üblich wie beim Menschen: Ansteckungen sind häufig, Todesfälle relativ selten.
Das aktuelle Subvirus H1N1 enthält DNA von Viren in Schweinen, Vögeln und Menschen. Dass Viren von Tieren so mutieren, dass sie für Menschen gefährlich werden, ist nichts Neues. So war schon der Erreger der Spanischen Grippe von 1918 ursprünglich ein reines Vogelvirus.
Wie gefährlich ist das Virus? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Grippe als «Gefahr für die öffentliche Gesundheit von internationalem Ausmass» eingestuft. Inzwischen gilt die höchste Pandemiewarnstufe. Allerdings, das betont die WHO, wurde die Warnstufe vor allem erhöht, weil sich das Virus so rasant und weit verbreite - nicht, weil die Krankheit gefährlicher geworden wäre. Bislang verläuft die Krankheit in vielen Fällen relativ mild, die Sterberate ist - gerade im Vergleich zur herkömmlichen Grippe - relativ niedrig.
Wie wird die Schweinegrippe verbreitet? Die Viren können direkt von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein übertragen werden. Die grösste Gefahr geht jedoch von der Mensch-zu-Mensch-Übertragung aus. Wie alle Grippeviren wird auch die Schweinegrippe beim Husten oder Niesen übertragen.
Welche Symptome treten beim Menschen auf? Die Symptome sind ähnlich denen der saisonalen Grippe: Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie Husten. Manche Patienten leiden zudem unter Schnupfen, Halsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.
Wie lange ist man ansteckend? Grundsätzlich sind Erwachsene bis zu sieben Tagen ansteckend, wobei die Ansteckungsgefahr vom ersten Tag an fortlaufend abnimmt. Kinder können das Virus noch länger, nämlich bis zu zehn Tagen, übertragen.
Ob sich das Virus der Schweinegrippe gleich verhält wie andere Grippeviren, ist noch nicht klar. Zudem wissen die Behörden noch nicht, ob Antikörper, die durch andere Grippeerkrankungen entwickelt wurden, auch vor dem H1N1-Virus schützen können.
Welche Medikamente stehen gegen die Schweinegrippe zur Verfügung? Tamiflu und Relenza sind zwei aktuell verfügbare und wirksame Medikamente. Sie können die Virusvermehrung hemmen und dadurch die Symptome der Influenza mildern oder die Dauer der Krankheit verkürzen. Fachleute raten davon ab, diese Grippemittel prophylaktisch einzunehmen, da die Gefahr besteht, dass das Grippevirus resistent wird.
Was ist der wirksamste Schutz gegen die Grippe? Die wirksamste Methode, sich gegen eine Grippe zu schützen, ist die Impfung. Sie bereitet das Immunsystem darauf vor, im Ansteckungsfall das Virus zu erkennen und eine Infektion abwehren zu können.
Wer sollte sich impfen lassen? Die Schweizer Gesundheitsbehörden empfehlen die Impfung gegen die Schweinegrippe vor allem Beschäftigten im Gesundheitswesen und Risikogruppen.
Im Falle des H1N1-Virus handelt es sich dabei nach Angaben des BAG um schwangere Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Frühgeborene im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren, chronisch Kranke und Menschen, die mit all diesen Gruppen oder mit Säuglingen unter einem Dach wohnen.
Generell empfiehlt das BAG die Impfung aber allen, die sich und ihre Umgebung vor dem Virus schützen wollen.
Wer sollte sich nicht impfen lassen? Laut BAG sollten sich folgende Gruppen nicht impfen lassen: Säuglinge unter sechs Monaten, Menschen mit fieberhaften Krankheiten, Schwangere in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft.
Was kostet die Impfung? Die Impfungen sind freiwillig und gratis. Die Kosten werden von der Eidgenossenschaft, den Kantonen und den Krankenkassen gemeinsam getragen.
Welche Nebenwirkungen kann die Impfung haben? Laut dem BAG sollte die Impfung nur wenig Nebenwirkungen haben, welche alle nach wenigen Tagen wieder verschwinden. Zu den Nebenwirkungen gehören zum Beispiel Rötungen an der Einstichstelle, etwas Kopfschmerzen oder leichtes Fieber.
Wieso enthält die Impfstoffe gegen die pandemische Grippe ein Adjuvans? Laut dem BAG war es sehr wichtig, rasch eine grosse Anzahl von Impfdosen herzustellen. Dank dem Adjuvans konnte innerhalb kurzer Zeit eine grössere Anzahl Dosen produziert werden, da eine geringere Menge Antigene benötigt wurde.
Adjuvantien sind Substanzen, mit denen sich die Immunantwort, das heisst die Wirkung der Impfung, verstärken lässt. Für die Impfstoffe gegen die pandemische Grippe wird als Adjuvans Squalen verwendet. Diese Substanz wird von zahlreichen Tieren und auch vom Menschen produziert.
Adjuvantierte Grippeimpfstoffe werden laut BAG seit über zwölf Jahren entwickelt. Sie wurden in über 100 Studien untersucht, von den Behörden zugelassen und bereits an über 45 Millionen Menschen verabreicht, unter anderem auch in der Schweiz. Probleme seien bisher keine aufgetreten.
In der Schweiz sind derzeit drei Impfstoffe gegen die Schweinegrippe zugelassen, die alle ein Adjuvans enthalten: Pandemrix, Focetria und Celtura.
Seuchen haben die Menschheit seit jeher begleitet, sei es die Pest oder die chronische Pandemie HIV. Was hat sich mit der aktuell drohenden Pandemie gegenüber den anderen Seuchen verändert? Mehr