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Mittwoch, 24.6.2009

Prominenter chinesischer Bürgerrechtler angeklagt

Sechs Monate befindet sich der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo bereits in Gewahrsam. Intellektuelle aus aller Welt haben sich seither für ihn eingesetzt. Genützt hat es nichts. Nun wurde Anklage gegen Liu erhoben.

Der chinesische Bürgerrechtler Liu Xiaobo. (Archiv) (Reuters)

In China haben die Ermittlungsbehörden gegen den bereits im November festgenommenen chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo nun auch offiziell Anklage erhoben.

Angeblicher Umsturzversuch
Wie die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Polizei berichtet, wird ihm unter ein Umsturzversuch vorgeworfen. Konkret soll er Gerüchte verbreitet haben, mit denen die Regierung diffamiert worden sei. Der 53-Jährige gehört zu den führenden Köpfen der Bürgerrechtsbewegung in China.

Nach seiner Festnahme vor sechs Monaten hatten 150 Intellektuelle aus aller Welt - darunter die Schriftsteller Umberto Eco und Salman Rushdie - den Bürgerrechtler unterstützt und seine Freilassung gefordert.

«Hausarrest» seit November
Xiaobo war wenige Tage vor der Veröffentlichung der sogenannten «Charta 08» verhaftet worden. In dem Papier hatten die 303 Unterzeichner dargelegt, wie sie sich den Reformprozess in China hin zu einer liberalen Demokratie vorstellen. Gleichzeitig wird in der Charta ein Mangel an Freiheit, Gleichheit und Menschenrechten in China beklagt. Der Aufruf folgt dem Vorbild der «Charta 77» aus der früheren Tschechoslowakei.

Offiziell stand Liu seit seiner Festnahme unter «Hausarrest». Freunde vermuteten jedoch, dass er von der Polizei in einem Hotel am Stadtrand von Peking festgehalten wurde. Liu sitzt nicht das erste Mal in Haft. Nach der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung vor rund 20 Jahren kam er für zwei Jahre ins Gefängnis, Mitte der 1990er Jahre wurde er für drei weitere Jahr festgenommen. (ank,sda/dpa)

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Gravierender Schlag gegen die Bürgerrechtsbewegung in China. (Hans Ineichen im Gespräch mit China-Korrespondent Urs Morf)
Hören (5:20)

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