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Donnerstag, 24.9.2009

Ahmadinejad spricht vor fast leeren Reihen

In seiner Rede vor der Vollversammlung der Uno hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad Israel erneut scharf kritisiert. Unter anderem warf er Israel Völkermord vor. Wie zuvor schon bei der Rede des libyschen Revolutionsführers Muammar Ghadhafi verliessen erneut zahlreiche Delegationen den Saal.

Mahmud Ahmadinejad sorgt für Unruhe bei der Uno-Vollversammlung. (Keystone)

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad hat in seiner Rede vor der Uno-Vollversammlung am Mittwochabend Israel erneut angegriffen.

Er bezeichnete die israelische Politik gegenüber den Palästinensern als «unmenschlich» und «rassistisch». Israel habe mit der Offensive im Gazastreifen im Winter einen «barbarischen Krieg» zu verantworten, sagte Ahmadinejad.

Kritik am Westen
Er beschuldigte in seiner Rede auch die ausländischen Armeen in Irak und Afghanistan, «Krieg, Tötungen, Aggressionen, Terror und Einschüchterung» zu verbreiten. Der Westen gebe vor, Demokratie fördern zu wollen. Tatsächlich aber habe sich die Lage in diesen Ländern seit der militärischen Interventionen noch verschlimmert.

Westlicher Boykott
Angesichts der Aussagen des iranischen Präsidenten verliessen zahlreiche westliche Delegationen den Saal. Die gleiche Reaktion hatte zuvor schon der libysche Revolutionsführer Muammar Ghadhafi ausgelöst.

Unter den Ländervertretern, die die Rede des iranischen Präsidenten boykottierten, waren die USA, Kanada, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich sowie Argentinien und Australien gewesen. Die meisten Vertreter aus Ländern der dritten Welt blieben im Saal. Auch die Schweizer Delegation nahm an dem Boykott nicht teil.

Kein Wort zu Atomprogramm
Auf den Streit um das international umstrittene Atomprogramm seines Landes ging Ahmadinejad mit keinem Wort ein. Der Iran bezeichnet die Nuklearforschung und die zivile Nutzung der Atomkraft als sein legitimes Recht.

Er versicherte nur allgemein, Teheran wolle sich «konstruktiv» daran beteiligen, internationale Probleme und Herausforderungen anzugehen. «Wir fühlen uns verpflichtet, an einem dauerhaften Frieden und Sicherheit für die ganze Welt mitzuarbeiten», sagte er. In seiner Rede hat sich der iranische Präsident Ahmadinejad offen für Dialog gezeigt. Er erklärte, er sei bereit, jede Hand zu schütteln, die «uns ehrlich ausgestreckt wird». (acd, sda/ap)

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Audio-Beiträge:


Mahmud Ahmadinejad und Muammar Ghadhafi traten als Schulmeister der Welt auf. (Fredy Gsteiger, 24.9.2009)
Hören (2:30)

DRS-Korrespondent Fredy Gsteiger: «Ahmadinejad ist mit keinem Wort auf das Atomprogramm eingegangen». (Simon Leu, 24.9.2009)
Hören (3:26)

Zweifel am guten Willen Irans. (Fredy Gsteiger, 24.9.2009)
Hören (3:12)

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