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Mittwoch, 30.9.2009

Uno-Sonderbeauftragter für Afghanistan abgesetzt

In den höchsten Reihen der Uno ist es zum Eklat gekommen: Peter Galbraith, stellvertretender Sonderbeauftragter für Afghanistan, muss gehen. Er hatte wiederholt den Wahlbetrug in Afghanistan scharf kritisiert. Damit hat er den amtierenden Präsidenten Hamid Karzai und die Uno verärgert. 

Peter Galbraith. (zvg)

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den stellvertretenden Sonderbeauftragten für Afghanistan, den Amerikaner Peter Galbraith, abgesetzt. Er war in der Vergangenheit als scharfer Kritiker des amtierenden Präsidenten von Afghanistan, Hamid Karzai, aufgefallen.

Karzai wird vorgeworfen, massiv die Präsidentenwahlen vom 20. August zu seinen Gunsten manipuliert zu haben. Mit der Absetzung von Galbraith legitimiere der Westen den Wahlbetrug, sagt Fredy Gsteiger, der diplomatische Korrespondent von Schweizer Radio DRS. Eigentlich sei Galbraith entlassen worden, weil er die Wahrheit gesagt habe. Er sei mundtot gemacht worden.

Galbraith gilt als Experte in Krisengebieten und war US-Botschafter in verschiedenen Ländern.

Unbequemer Kritiker wird mundtot gemacht
Galbraith hatte die Wahl scharf kritisiert und die afghanischen Wahlbehörden dazu aufgefordert, keine definitiven Resultate bekannt zu geben und stattdessen, die Stimmen im ganzen Land nochmals auszuzählen.

Mit der Absetzung von Galbraith scheine sich die Uno dafür entschieden zu haben, die Wahlen in Afghanistan als einigermassen fair zu deklarieren, so die Einschätzung von Gsteiger.

Westen stützt Karzai und macht sich unglaubwürdig
Auch US-Präsident Barak Obama hatte diese Woche erklärt, Hamid Karzai habe vermutlich die Wahlen gewonnen. Dies sagte er, noch bevor all die Stimmen, die vermutlich gefälscht worden sind, nachgezählt wurden. Damit stecke der Westen in einem Dilemma, sagt Gsteiger.

Denn so stelle sich der Westen hinter Karzai und tue so, als sei Karzai korrekt gewählt worden, so Gsteiger. «Aber die afghanische Bevölkerung und die Welt wissen, dass das nicht der Fall ist.»

Es gebe inzwischen klare Beweise für Wahlbetrug. Das ganze westliche Engagement in Afghanistan werde damit immer «wackeliger», weil man sich auf einen «höchst problematischen Präsidenten, auf einen Wahlbetrüger» stütze. (bat/gstf)

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Diplomatischer Fredy Gsteiger: «Damit legitimiert der Westen den Wahlbetrug in Afghanistan». (Nicole Frank)
Hören (3:03)

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