Hochkarätiges Klimatreffen in Genf
In den nächsten beiden Tagen suchen Vertreter aus 45 Ländern in Genf intensiv nach Lösungen für den globalen Klimafonds. Ein gutes halbes Jahr nach dem weitgehenden Scheitern des Gipfels von Kopenhagen sind die Verhandlungen bei der geplanten Hilfe für ärmere Länder zur Bekämpfung des Klimawandels ohne Bewegung geblieben.
Gestärktes Klimaregime nötig
Dennoch zeigte sich Botschafter Franz Perrez, Chef der Abteilung Internationales beim Bundesamt für Umwelt (Bafu), gegenüber Schweizer Radio DRS ermutigt über die hochrangige Besetzung des Genfer Treffens. Rund die Hälfte der Teilnehmerstaaten ist auf Ministerebene vertreten.
«Es ist unumstritten, dass ein künftiges, gestärktes Klimaregime einerseits Massnahmen und Verpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen enthalten muss. Andererseits sollen aber auch finanzielle Mittel zur Unterstützung der Entwicklungsländer für die Umsetzung ihrer Klimapolitik bereitstellen gestellt werden», sagte Perrez weiter.
Viele Fragen offen
Der Botschafter verschwieg jedoch nicht, dass noch sehr schwierige Fragen gelöst werden müssen: «Wer, wofür und wie diese Mittel bereitgestellt werden, dies sind die Fragen, die in Genf diskutiert werden.» Vor allem die langfristige Finanzierung, die Verwaltung und der Zugang zu den Geldern des Klimafonds sind umstritten.
Verständnis für Probleme schaffen
Doch Perrez gibt zu bedenken, dass definitive Lösungen und fassbare Verhandlungsresultate nicht das Ziel dieses Treffens sind: «Vielmehr ist es das Ziel, ein gemeinsames Verständnis für die Probleme und Hintergründe und erste Lösungsansätze zu schaffen. Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit Mexiko dies ermöglichen zu können.»
Die Schaffung des globalen Klimafonds wird laut Perrez nicht vor 2012 erwartet, doch könnten Grundsatzentscheide über dessen Funktionsweise in Cancún getroffen werden.
Gastgeber Mexiko und die Schweiz
Die Gespräche in Genf finden auf Einladung Mexikos und der Schweiz statt und werden von Bundesrat Moritz Leuenberger und der mexikanischen Aussenministerin Patricia Espinosa präsidiert. Eine formelle Entscheidung wird nicht erwartet.
Nächste Verhandlungsetappe ist im Oktober im chinesischen Tianjin. Ende November kommt es dann im mexikanischen Cancún zur 16. Konferenz der Mitgliedsstaaten der Uno-Klimakonvention.
Ungelöst ist unter anderem die zentrale Frage der CO2-Reduktionsziele. Wenn es bei den Uno-Verhandlungen nicht zügig zu Lösungen kommt, wird die Weltgemeinschaft nach dem Ende des Kyoto-Protokolls 2012 ohne gültiges Klima-Abkommen sein. (rend/leus, sda)
Mehr zum Stichwort:
