Labour distanziert sich von Blair und Brown
David Miliband: Favorit für die Labour-Parteispitze kritisiert Blair und Brown. (Reuters)
Die Spitze der Labour-Politiker kann sich mit den Memoiren von Ex-Premierminister Tony Blair nicht anfreunden und geht auf Distanz. «Ihre Zeit ist vorüber», schrieb der Favorit auf den Parteivorsitz bei den laufenden Wahlen, David Miliband, in einer Mitteilung an die Mitglieder. Er tat dies mit Blick auf Blair und seinen Rivalen Gordon Brown. Blair hatte seine Memoiren vor allem zu einer Abrechnung mit seinem ehemaligen Schatzkanzler und späteren Nachfolger Brown genutzt.
Zeit für neuen politischen Stil
Obwohl er die beiden Führungsfiguren der New-Labour-Ära und ihre Leistungen respektiere, gelte es für die Partei jetzt, die künftigen Probleme anzupacken, schrieb Miliband. Dazu müsse auch die «Art, Politik zu machen» geändert werden.
Kritik an Cameron unbegründet
Miliband wies auch die Äusserungen Blairs in seinem Buch «A Journey» zurück, die konservativ-liberale Koalition von David Cameron habe in der Wirtschaftskrise die richtigen Weichen gestellt. Labour-Fraktionschef Tony Lloyd sagte, die «wirklichen Themen liegen vor uns, nicht hinter uns».
Labour sucht nach neuem Profil
Die von Flügelkämpfen geschüttelte Labour-Partei sucht nach der Wahlniederlage im vergangenen Mai nach ihrem Profil. Nach dem Rücktritt Gordon Browns als Parteichef läuft seit Mittwoch die Wahl zu einem neuen Vorsitzenden. Das Ergebnis soll am 25. September, vor Beginn des Parteitags in Manchester, bekanntgegeben werden. (rend, dpa)
Mehr zum Stichwort:
