Australiens Premier kommt Mehrheit näher
Rund zwei Wochen nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Australien ist die amtierende Regierung ihrem Ziel des Machterhalts ein Stück nähergekommen. Premierministerin Julia Gillard ist ein entscheidender Erfolg bei der Lösung des Wahl-Patts gelungen.
Einer von vier sagt Ja
Andrew Wilkie, der erste von vier unabhängigen Abgeordneten, die sich noch nicht festgelegt haben, sicherte Gillard seine Unterstützung zu. Er sei zu der Auffassung gelangt, dass die Labor-Partei am besten eine stabile, kompetente und ethische Regierung stellen könne, begründete Wilkie seine Entscheidung.
Gillard fehlen zwei Mandate
Wer die nächste Regierung stellt, ist aber nach wie vor offen. Mit Wilkie kommt Gillards Partei auf 74 der 150 Sitze im Unterhaus. Ihr fehlen noch zwei Mandate für eine Mehrheit.
Der Spitzenkandidat der Konservativen, Tony Abbot, kann das Amt des Premierminister auch noch erobern. Denn die Opposition ist ebenfalls noch im Rennen und benötigt drei Sitze.
Kampf um drei Unabhängige
Drei unabhängige Abgeordnete im Parlament in Canberra haben sich noch nicht erklärt. Sie werden sowohl von der Regierungspartei als auch vom konservativ-liberalen Oppositionsbündnis heftig umworben.
Bei den Gesprächen dürfte es darauf ankommen, zu welchen Zugeständnissen die grossen Parteien bereit sind. Wilkie hatte strengere Glücksspiel-Vorschriften gefordert, worauf Gillard einging, wie er bestätigte.
Auch an den Märkten wird das Ringen um eine Regierungsbildung mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Gillard will unter anderem Bergbausteuer einführen, was Börsenschwergewichte wie BHP Billiton und Rio Tinto treffen würde. (acd, sda/reuters)
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