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Samstag, 24.10.2009

Taliban drohen mit Gewalt vor Stichwahl

Die Stichwahl in Afghanistan droht von neuer Gewalt begleitet zu werden. Die radikal-islamischen Taliban haben in einem Aufruf die Menschen davor gewarnt, an der Präsidenten-Stichwahl im November teilzunehmen.

Zum offiziellen Wahlkampfbeginn in Afghanistan haben die Taliban zum Boykott der Abstimmung am 7. November aufgerufen. Jeder, der dennoch hingehe, trage «selbst die Verantwortung für sein Handeln», so die Islamisten.

Drohung der Taliban ist ernst zu nehmen
Die Stichwahl zwischen Amtsinhaber Hamid Karzai und Herausforderer Abdullah Abdullah sei ein «gescheiterter Prozess der USA». Deshalb werde man Übergriffe auf den Feind starten und die Menschen an der Teilnahme hindern», liessen die Taliban verlauten.

Im Zuge der ersten Wahlrunde am 20. August hatten die Taliban zahlreiche Anschläge verübt, bei denen Dutzende Menschen ums Leben kamen. Mindestens zwei Wählern wurden die Finger abgeschnitten, die nach der Abstimmung mit wasserunlöslicher Tinte markiert worden waren.

Die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land wurden inzwischen massiv verstärkt, um neue Zwischenfälle zu verhindern.

Umstrittene Wahlkommission
Verhindert werden sollen auch neue Wahlfälschungen. Nach der ersten Runde wurden Hunderttausende Stimmen für ungültig erklärt, woraufhin Karzai die absolute Mehrheit verlor, die ihm die Unabhängige Wahlkommission (IEC) schon zugeschrieben hatte.

Die Anhänger Abdullahs verlangten ihrerseits die Absetzung von drei Spitzenbeamten: Der IEC-Vorsitzende Asisullah Lodin, sein Stellvertreter Sekria Baraksai und der oberste Wahlbeamte Daud Nadschafi sollten wegen Voreingenommenheit für Karzai ihre Posten räumen.

Möglicher Boykott von Abdullah angedeutet

IEC-Sprecher Nur Mohammed Nur wies die Vorwürfe zurück und nannte eine Neubesetzung zum gegenwärtigen Zeitpunkt verfassungsrechtlich unmöglich. Daraufhin gab es Spekulationen, dass sich Abdullah unter Protest aus der Stichwahl zurückziehen könnte.

Sein Sprecher Fasel Santscharaki erklärte, die Entlassung der drei ranghöchsten Wahlbeamten sei unabdingbar für eine Teilnahme an der Stichwahl. Andere Anhänger Abdullahs wollten dieses Junktim nicht bestätigen. (pet, ap)

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Dossier, Letztes Update: Freitag, 23.12.2011

Afghanistan: Krisenherd am Hindukusch

In Afghanistan haben die USA und weitere Nato-Staaten auch zehn Jahre nach der US-Invasion noch zehntausende Soldaten stationiert. Trotzdem ist es den Friedenstruppen bisher nicht gelungen, das Land zu stabilisieren. Afghanistan gehört immer noch zu den zehn ärmsten Ländern der Welt, Gewalt und Taliban-Angriffe ebben nicht ab.


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