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Mittwoch, 18.11.2009

Uno: Kondome für den Klimaschutz

Eine bessere Familienplanung und die Förderung der Frauen in den Entwicklungsländern könnten den Klimawandel bremsen. Das schreibt die Uno in einem Bericht.

Das globale Bevölkerungswachstum ist nach Ansicht der Vereinten Nationen mitverantwortlich für den Klimawandel. Die steigende Anzahl Menschen sei für 40 bis 60 Prozent des CO2-Ausstosses seit dem Jahr 1820 verantwortlich.

Steigt die Weltbevölkerung bis 2050 statt auf neun nur auf acht Milliarden an, werden gemäss Expertenmeinung jährlich etwa ein bis zwei Milliarden Tonnen CO2 weniger freigesetzt.

Verknappung von Ressourcen
Hinzu kommt, dass der Bevölkerungsdruck in den Entwicklungsländern schon jetzt zur Verknappung natürlicher Ressourcen wie Wasser oder Acker- und Weideland führt. Damit verschärft sich die Gefahr der Versteppung.

In seinem Bericht für 2009 regt der Uno-Bevölkerungsfonds (UNFPA) deshalb an, im Kampf gegen den Klimawandel den Hebel auch bei der Familienplanung und der Frauenförderung anzusetzen.

Bildung als Mittel der Familienplanung
Weltweit fehlt 200 Millionen Frauen der Zugang zu Verhütungsmitteln. In den Entwicklungsländern werden so jährlich 76 Millionen Frauen ungewollt schwanger. Könnten sie konsequent verhüten, ginge das Bevölkerungswachstum etwa in Lateinamerika um 35 Prozent zurück.

Ein probates Mittel zur Familienplanung sei auch eine bessere Schulbildung, sagt UNFPA-Vertreterin Bettina Maas. Mädchen, die angemessen gefördert werden, hätten später eher kleinere und gesündere Familien.

Tropfen auf den heissen Stein
Der Bericht halt allerdings auch fest, dass der Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Klimawandel nicht nachgewiesen sei. Die Verbindungen seien meist komplex und wirkten nur indirekt.

Kommt hinzu, dass Entwicklungsländer nach wie vor pro Kopf viel weniger CO2 ausstossen als die grossen Industrienationen. (haem, ap/sda/afp)

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