Griechenland kann auf Hilfe der EU-Länder zählen
Die politischen Spitzen der EU haben sich auf Hilfe für das schuldengeplagte Griechenland geeinigt. Damit soll die Stabilität der gemeinsamen Währung bewahrt werden. Zunächst gibt es jedoch nur politische Unterstützung, keine Finanzhilfen.
Athen habe nicht um finanzielle Unterstützung gebeten, sagte der ständige EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy auf dem EU-Sondergipfel in Brüssel. Vielmehr habe der griechische Ministerpräsident Jiorgos Papandreou zusätzliche Massnahmen vorgestellt, um aus eigener Kraft den Staatsbankrott abzuwenden.
Notfalls einschreiten
Die Mitglieder der Euro-Zone würden aber «falls notwendig entschlossene und abgestimmte Massnahmen ergreifen, um die Stabilität in dem gesamten Währungsraum sicherzustellen», erklärte Van Rompuy weiter.
Zunächst werde die Umsetzung des griechischen Sanierungsprogramms streng kontrolliert, unter Aufsicht von Experten des Internationalen Währungsfonds IWF.
Hilfe mit Regeln
«Griechenland ist Teil der EU», sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. «Griechenland wird nicht alleingelassen. Aber es gibt Regeln, die müssen auch eingehalten werden. Und auf dieser Grundlage werden wir eine Erklärung verabschieden.»
Der EU-Vertrag verbietet es den Mitgliedländern, gegenseitig für die Schulden des anderen einzustehen.
Weitere Verhandlungen nächste Woche
Über mögliche Rettungsanker für den Euro und für Griechenland beraten Anfang nächster Woche die Eurogruppe und die EU-Finanzminister. Im Gespräch sind EU-Mittel oder auch bilaterale Hilfen.
Ein Eingreifen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist unter den EU-Staaten umstritten. Es könnte dem Ansehen der Euro-Zone schaden, wenn sie ihre Probleme nicht selber meistern kann.
Dramatische Schuldenkrise
Griechenland droht der Staatsbankrott. Athen will in diesem Jahr 54 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. An den Finanzmärkten setzen grassierende Spekulationen über einen Staatsbankrott des Landes den Euro seit Wochen unter Druck.
Nicht nur Griechenland, auch andere hoch verschuldete Euro-Länder wie Portugal und Spanien müssen den verunsicherten Anlegern inzwischen mehr Zinsen für ihre Staatspapiere zahlen, was die Verschuldung noch weiter in die Höhe treibt. (cdm/bat, dpa/ddp/reuters)
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