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Donnerstag, 11.3.2010

Aufpasser für Weltklimarat

Nachdem Kritik am Weltklimarat laut geworden ist, erhält das Gremium einen Aufpasser vorgesetzt. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dazu eine Organisation von Wissenschaftlern berufen.

Wegen Fehlern in seinem letzten grossen Umweltreport von 2007 wird der Weltklimarat (IIPC) von der Uno unter Aufsicht gestellt.

Als Kontrollorgan hat Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwoch das Inter Academy Council (IAC) berufen, um «grösste Transparenz, Genauigkeit und Objektivität» zu garantieren. «Wir brauchen die besten Informationen, um die beste Politik machen zu können.»

Friedensnobelpreis 2007
1988 war der Weltklimarat von den Vereinten Nationen und der Weltorganisation für Meteorologie gegründet worden. Das Forschergremium soll die Risiken des Klimawandels beurteilen und die Regierungen der Welt beraten.

Für seine Arbeiten wurde dem IIPC gemeinsam mit dem früheren US-Vizepräsidenten Al Gore der Friedensnobelpreis 2007 verliehen.

Peinliche Fehler
Seiner Reputation ungeachtet unterliefen dem Rat in seinem Umweltbericht von 2007 Fehler. So hiess es darin etwa, dass die Himalaya-Gletscher bis 2035 geschmolzen sein könnten - statt 2350. Zudem liegen laut dem Bericht 55 Prozent der Niederlande unter dem Meeresspiegel. Tatsächlich sind es 26 Prozent.

Vor knapp zwei Monaten war die Angelegenheit öffentlich geworden. Der Weltklimarat hat inzwischen seine Fehler eingeräumt.

Kontrollorgan unabhängig von Uno
Dem IAC mit Sitz in Amsterdam gehören unter anderem die Präsidenten der Akademien der Wissenschaft von mehr als zwölf Ländern an. Sprecher ist der Niederländer Robbert Dijkgraaf.

«Das IAC wird alle Massnahmen völlig unabhängig von den Vereinten Nationen überprüfen», versprach Ban. «Lassen Sie mich eines klar machen: Die Bedrohung des Klimawandels ist real», sagte Ban. Auch stelle keiner der Patzer den IPCC-Bericht als Ganzes infrage.

Erkenntnisse nicht grundsätzlich in Frage gestellt
«Bedauerlicherweise war eine sehr kleine Anzahl von Fehlern in dem Bericht. Aber wir sprechen von einer 3000 Seiten starken Zusammenfassung komplexer wissenschaftlicher Daten», sagte Ban Ki Moon weiter. Der nächste grosse Umweltbericht des IIPC soll 2014 veröffentlicht werden. (haem, dpa)

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