Irans Aussenminister Mottaki entlassen
Irans Aussenminister Mottaki. (Archiv Keystone)
Irans Aussenminister Manuochehr Mottaki ist nach über fünf Jahren im Amt überraschend abgesetzt worden. Präsident Mahmud Ahmadinedjad habe Mottaki in einem Brief für seine Dienste im Aussenministerium gedankt, berichteten iranische Nachrichtenagenturen.
Die Entlassung sei nicht begründet worden. Vorübergehend werde der Chef der Atombehörde, Ali-Akbar Salehi, die Leitung des Aussenministeriums übernehmen. Mottaki hielt sich am Montag zu einem offiziellen Besuch in Senegal auf.
Unterschiedliche Haltung im Atomkonflikt
Mottaki galt eigentlich als loyaler Verbündeter von Hardliner Ahmadinejad, soll aber jüngst im Atomstreit mit dem Westen vom offiziellen Standpunkt abgewichen sein. So hatte er zuletzt Verhandlungsbereitschaft signalisiert, während Ahmadinejad den westlichen Staaten Doppelmoral vorwarf.
Der Westen verdächtigt Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Atomwaffen zu arbeiten. Iran weist dies zurück.
Diplomatische Karriere und hohe Regierungsämter
Der Karrierediplomat Mottaki war im August 2005 zum Aussenminister ernannt worden. Zuvor war er Botschafter in der Türkei und in Japan und hatte mehrere Regierungsposten inne. Er war Generaldirektor im Ministerium für Westeuropafragen und Vize-Minister für Konsulatsangelegenheiten.
Nach seiner Wahl zum Abgeordneten im Jahr 2004 wurde er Vorsitzender des Ausschusses für nationale Sicherheit. Mottaki hatte Sozialwissenschaften und internationale Beziehungen studiert.
Nachfolger ist Atomphysiker
Sein Nachfolger als iranischer Aussenminister, Salehi, war in den vergangenen Monaten in den iranischen Medien scheinbar allgegenwärtig. Immer wieder verkündete der Atomphysiker Fortschritte des umstrittenen Atomprogramms. (bru, sda)
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