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Freitag, 10.2.2012

US-Regierung genehmigt Bau neuer Atommeiler

Mehr als 100 Atomreaktoren produzieren in den USA gut ein Fünftel des benötigten Stroms. Viele Meiler sind alt und pannenanfällig. Erstmals seit mehr als 30 Jahren hat die Regierung Obama - der Präsident ist ein Befürworter der Kernkraft - nun den Bau neuer Reaktoren genehmigt.

Atomkraftwerk in Harrisburg in Pennsylvania, wo es 1979 zum folgenschwersten Atomunglück in den USA kam. Nun hat die US-Regierung den Bau neuer Reaktoren im Land genehmigt. (Reuters)

Die US-Regierung hat erstmals seit mehr als 30 Jahren den Bau neuer Atomreaktoren genehmigt. Nach Angaben der zuständigen Regulierungsbehörde NRC erhält das Unternehmen Southern Company Lizenzen, sein bestehendes Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia zu erweitern.

Es ist die erste derartige Genehmigung seit dem schweren Atomunglück 1979 im Atommeiler Three Mile Island bei Harrisburg in Pennsylvania. Dort waren bei einer teilweisen Kernschmelze grosse Mengen radioaktiver Strahlung ausgetreten.

14 Milliarden Dollar Investition
Southern Company will nach eigenen Angaben 14 Milliarden Dollar investieren, bis zu 25'000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. Die Reaktoren sollen 2016 und 2017 ans Netz gehen. Das Unternehmen hatte von der Regierung Garantien für Kredite über acht Milliarden Dollar erhalten. US-Präsident Barack Obama ist ein
Verfechter der Kernkraft.

Der Ausbau des Netzes von mehr als 100 alten und alternden Reaktoren, die in den USA rund ein Fünftel der Elektrizität produzieren, gehört zu den Säulen seiner Energiepolitik. Obama sieht in der Kernkraft eine von mehreren Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

20 Anträge für neue Reaktoren
Der Regulierungsbehörde NRC liegen derzeit etwa 20 Anträge für den Bau neuer Atomreaktoren in den USA vor. Den Entscheid für den Ausbau der Anlage in Georgia fiel mit einer Gegenstimme im fünfköpfigen Kontrollgremium.

Die Agentur Bloomberg berichtet, der Vorsitzende Gregory Jaczko habe deutliche Sicherheitsbedenken vorgebracht. Er fordere die verbindliche Zusage des Unternehmens, die neuen Anlagen nach strengen Sicherheitsstandards zu betreiben, an denen die Behörde seit dem Gau im japanischen Fukushima arbeitet. (ank, dpa)

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