• Programm
  • Nachrichten
  • Über uns
  • Radiokiosk
  • Blogs
  • Meine Meinung
  • Podcasts
  • Spiele
  • Themen
  • A
  • A
  • A
  • Radio ein
  • Empfang
  • Hilfe
  • Kontakt
  • Home
  • Mein DRS
  • Nachrichten:
    • Schweiz
    • International
    • Wirtschaft
    • Digital
    • Sport
    • Regional
    • Nachrichtenticker
    • Wetter
    • Verkehr
  • Die neuesten Dossiers zu «International»
    • Afghanistan: Krisenherd am Hindukusch
    • Ägypten nach dem Ende der Ära Mubarak
    • Iran: Atomstreit, Mullahs und Moderne
    • Der langwierige Atomstreit mit Iran
    • Arabische Regime unter Druck
    • Alle Dossiers
  • Programme
    • SR DRS
    • DRS 1
    • DRS 2
    • DRS 3
    • DRS 4 News
    • DRS Musikwelle
    • DRS Virus
    • Radio Swiss Classic
    • Radio Swiss Jazz
    • Radio Swiss Pop
  • International:
  • Die Indianer und die Olympischen Spiele:
  • Zurück zum Dossier «Die Indianer und die Olympischen Spiele»

Kanadas «erste Nationen»

In Kanada gibt es rund 1,2 Millionen Ureinwohner. Ihre rechtliche Situation hat sich in den letzten 30 Jahren verbessert. Doch die Lebensumstände sind auf vielen Reservaten immer noch schlimm.

Kanadas offizielle Statistik verzeichnet drei Kategorien von Ureinwohnern:

700'000 sind sogenannte Status-Indianer, registierte Mitglieder von einer der rund 630 Bands, die heute vorwiegend First Nations (erste Nationen) genannt werden. Ethnologisch gesehen gibt es über 50 verschiedene Völker(z.B. Cree, Irokesen, Haida, Blackfeet oder Dene), mit sehr unterschiedlichen Sprachen und Kulturen.

400'000 sind Métis, Abkömmlinge von Trappern und ihrer indianischen Frauen, die mit der Zeit eigenständige Gemeinwesen bildeten.

50'000 sind Inuit (östliche Arktis) oder Inuvialuit (Mackenzie-Delta). Der Begriff «Eskimo» ist in Kanada verpönt.

Status und «Reserve»
Dazu kommen die Nicht-Status-Indianer, die sich von ihrer Band lossagten oder ihren Status verloren, zum Beispiel weil ihre Mutter einen Nicht-Indianer geheiratet hatte. 1985 wurde diese Diskriminierung abgeschafft. Die Zahl der Nicht-Status-Indianer ist nicht genau bekannt, dürfte aber mehrere hunderttausend betragen.

Gut die Hälfte der Status-Indianer lebt noch auf den «Reserves», einem meist kleinen Stück Land auf ihrem traditionellen Gebiet. Es gibt in Kanada über 2200 «Reserves», eine Band/First Nation kann  mehrere davon haben.

Verfassungsgarantien
Die Verfassung von 1982 garantiert und bestätigt den drei oben genannten Gruppen ihre existierenden «aboriginal and treaty rights». «Aboriginal right» meint, dass die Eingeborenen eben vor den Siedlern da waren, also das Land besassen und nutzten. Diese Rechte wurden 1982 aber nicht definiert. Das muss nun nachgeholt werden, was vorwiegend durch Entscheidungen des Obersten Gerichtes in Ottawa geschieht.

«Treaty right» meint die Privilegien und Rechte, die den Völkern in einem Vertrag zugesichert wurden. Sie traten den grössten Teil ihres Landes ab, gegen Geld, Schulen, Gesundheitsversorgung etc., behielten aber teilweise Jagd- und Fischereirechte ausserhalb ihrer «Reserves».

Königliche Vorschrift
Die Grundlage: 1763 erliess der britische König Georg III eine Proklamation, wonach der Urbevölkerung das Land nicht einfach weggenommen werden dürfe. Die Krone (und nur sie) müsse es in Verträgen erwerben. Daran hat sich Kanada bis in die jüngste Zeit gehalten.

Im Hohen Norden kam es 1999 zur Schaffung eines eigenen Territoriums für die Inuit, Nunavut.  Nur in der Provinz Britisch Kolumbien, wo nun die Olympischen Winterspiele stattfinden, wurde diese Regel nicht eingehalten. Das führt heute noch zu Konflikten.

Zwangsassimilierung
Die Beziehungen zwischen Ottawa und den Indianern wurden  1876 erstmals gesamthaft in einem Gesetz geregelt, der Indian Act. Sie ist geprägt von einem Geist, der die zwangsweise Assimilierung der Ureinwohner vorsah. So wurden etwa ihre religiösen Riten verboten.

Kinder wurden verprügelt, wenn sie sich in der Schule in ihrer eigenen Sprache unterhielten. 1951 wurden die am meisten stossenden Artikel beseitigt. Erst 1960 erhielten die Status-Indianer auf Bundesebene das Wahlrecht. Doch die Führer der Völker blieben quasi unter Vormundschaft.

Kurswechsel
In den 1970er Jahren begann sich die Politik über die Ureinwohner langsam zu ändern, was auch zu den oben genannten Garantien in der Verfassung führte. Kultur und Kunst von Indianern, Inuit und Métis wird nun als Bereicherung Kanadas verstanden. Den First Nations wird eine zunehmende Selbstverwaltung auf ihren «Reserves» zugestanden, sie sollen sich schrittweise aus der Bevormundung durch die Indian Act lösen.

Schlechte Lebensumstände
Und sie haben dies teilweise auf beeindruckende Weise getan. Heute gibt es Tausende von Unternehmen, die von Indianern geleitet werden. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit auf den meisten «Reserves» immer noch sehr hoch. Es grassieren soziale Probleme wie Drogenmissbrauch und häusliche Gewalt.

Indianer leben oft in überfüllten Häusern, mit teilweise mangelhaften sanitären Einrichtungen. In Statistiken über Gesundheit und Bildung in den verschiedenen Bevölkerungsschichten finden sich die Ureinwohner am unteren Ende der Rangliste.

Überlebenswille
Trotz diesen schlechten Voraussetzungen legten und legen die Gemeinwesen der Ureinwohner einen bewundernswerten Überlebenswillen an den Tag. Heute geht es den First Nations darum, ihren Platz in Kanada selber zu definieren und ihre Kulturen eigenständig weiter zu entwickeln. Sie wollen nicht im Schmelztiegel der kanadischen Bevölkerung untergehen. (acct)

Seite weiterempfehlen Facebook Share / Facebook Like Twitter Google+ Email
  • …auf Facebook kommentieren.
    Facebook
  • …auf Twitter kommentieren.
    Twitter
  • …per E-Mail versenden.
    E-Mail
  • …auf Facebook empfehlen.
    Facebook Recommend
  • …auf Google+ kommentieren.
    Google +1

Weiterführende Links zum Beitrag:

  • Ministerium für Angelegenheiten der Indianer und des Nordens.
  • Assembly of first nations, die Dachorganisation der First Nations.
  • Die Organisation der Nicht-Status-Indianer.
  • Die Organisation der Inuit.
  • Die nationale Organisation der Métis.
  • Medienportal der kanadischen Regierung.
  • «Turtle Island» - ein von Indianern betriebenes Medienportal.

Verantwortlich für diese Seite:

news.online


Schnellsuche:
Die Indianer und die Olympischen Spiele
  • AGB
  • Datenschutz
  • Webmaster
  • Impressum
Schweizer Radio und Fernsehen
  • SF
  • RTS
  • RSI
  • RTR
  • swissinfo
  • 3SAT
SRF Schweizer Radio und Fernsehen, Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft