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Samstag, 11.2.2012

Indiens Superstar setzt zum Sprung nach Europa an

Das hysterische Kreischen der Fans ist vorprogrammiert, wenn Bollywoodstar Shah Rukh Khan über rote Teppiche schreitet - auch an der Berlinale, wo Indiens populärster Schauspieler seinen neuen Films «Don - The King is back» vorstellt. Es ist kein typischer Bollywood-Streifen, sondern cool, hart und schnell - wie der Schauspieler.

Shah Rukh Khan, hier auf einem Bild Mitte Januar in Macau, setzt zum Sprung nach Europa an. (Reuters)

Shah Rukh «King» Khan setzt zum Sprung nach Europa an

Beitrag aus Echo der Zeit vom Samstag, 11.2.2012, 18.00 Uhr, DRS 1 und DRS 4 News

Postkarten aus Berlin

In Berlin trifft sich wieder die Filmprominenz. An den 62. Internationalen Filmfestspielen Berlin werden Stars erwartet wie Meryl Streep, Uma Thurman, Keanu Reeves, Billy Bob Thornton, Isabelle Huppert, Charlotte Rampling und Salma Hayek.  Mehr

Von Südasienkorrespondentin Karin Wenger

Ein jetsettender Unterweltboss, der an James Bond erinnert, teure Autos, viele Drogen und noch mehr Geld - alles unterlegt mit schneller Musik, gespickt mit harten Typen und verführerischen Frauen. Und natürlich mit Superstar Shah Rukh Khan. Das ist «Don 2 - der König ist zurück». Zugegeben: Weder besonders kreativ, noch herausrragend durch schauspielerische Leistungen, trotzdem ist der Film in Indien bereits zum Kassenschlager avanciert. Zumal Khan mit Schlagfertigkeit - sowohl verbal als auch körperlich - glänzt.

Europas Tourismusmanager können sich freuen
Und noch etwas macht den Film für ein indisches Publikum attraktiv. Drogenboss Don, alias Shah Rukh Khan, bewegt sich genauso sicher in den asiatischen Grossstädten wie auf dem Tanzparkett der Berliner High Society. Dort nimmt sich Don, einer der mächtigsten Drogenbosse Asiens, einen Manager der deutschen Zentralbank vor. Er will die Druckplatten für den Euro aus einem Berliner Hochsicherheitstrakt entwenden.

Gejagt von indischen Interpol-Leuten führen die Verfolgungsjagden am Brandenburger Tor und am Schiffbauerdamm vorbei. Eine prächtige Tourismuswerbung für Deutschland. Aber auch die Schweiz und Malaysia, wo weitere Szenen spielen, kommen nicht zu kurz. Dass Bollywood-Filme in Europa gedreht werden ist nicht neu. Dass sie weniger Schmalz und mehr Action haben, schon.

Khan wirkt nicht nur auf der Leinwand
Mit Shah Rukh Khan in der Hauptrolle hat der Film noch etwas: Witz und so viel Sexappeal, dass die Frauenherzen in den indischen Kinosälen auf Hochfrequenz schlagen. In Indien hat sich Khan sowieso schon längst in die lange Liste der Götter eingereiht. Weniger wegen seinen Muskeln, seinem vollen schwarzen Haar und dem kantigen Gesicht.

Es sei seine Persönlichkeit, sein Grips, seine Schlagfertigkeit und wie er spreche, sagt Rushdea, eine junge Inderin. All das mache den 46-jährigen Bollywood-Star so sexy. Khan wirkt auch ausserhalb der Leinwand. Als Muslim im mehrheitlich hinduistischen Indien, wirbt er erfolgreicher als die meisten Politiker oder Religionsführer für ein tolerantes Nebeneinander der Kulturen und Religionen.

Schliesslich sei es die Aufgabe der gebildeten und liberalen Muslime, in die Welt hinaus zu gehen, um den Islam zu erklären, sagte Khan in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender CNN. Nur so könnten Anhänger anderer Religionen verstehen, dass mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede zwischen dem Islam und anderen Religionen existierten.

Die Inder lieben die Traumwelt der Bollywood-Helden
Dass Khan selbst mit einer Hinduistin verheiratet ist, hilft seiner Glaubwürdigkeit. Dass er weder Sohn eines bekannten Bollywood-Stars noch eines Produzenten ist, sondern den Sprung von einer Theaterschule nach Bollywood aus eigenen Kräften geschafft hat, macht ihn bei der jungen Geration umso populärer.

Die Inder liebten die Traumwelt, die Aura, mit der Bollywood-Stars umgeben seien, glaubt die 22-jährige Inderin Rushdea. Vor allem bei Shah Rukh Khan, einem einst unbekannten Schauspieler, der keinen Paten in der Bollywood-Industrie habe. «Das zeigt uns: Jeder kann es schaffen - und das macht ihn so begehrenswert.» Vielleicht sogar für ein Berliner Publikum. (ank)

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