(Keystone)
Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad
Er habe dem stolzen Kulturvolk der Iraner mit seiner Konfrontationspolitik gegenüber dem Westen und Israel Würde und Selbstbewusstsein zurückgegeben, sagt Ahmadinejad über sich selbst. Für weite Teile des Westens ist er dagegen der unbelehrbare Hardliner, der den Holocaust leugnet, das Existenzrecht Israels anzweifelt und an einer Atombombe bastelt.
Im Auftrag des Klerus
Mahmud Ahmadinejad, geboren 1956 im zentraliranischen Garmsar als Sohn eines Schmiedes, zählt zu den führenden Vertretern der harten Linie. Er hat die Unterstützung des schiitischen Klerus, der Revolutionsgarden und auch die der Basarhändler.
Ohne eine Duldung durch den Obersten Führer der islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, wären seine Frontalangriffe und Korruptionsvorwürfe etwa gegen seine Amtsvorgänger im Wahlkampf 2009 kaum denkbar gewesen.
Beliebt bei armer Landbevölkerung
Seine Wahlversprechen von 2005, besonders Wirtschaftsreformen zugunsten der Armen, Pläne zur Umverteilung der Einnahmen aus der Erdölförderung und der Kampf gegen die Korruption, brachten ihm den Spitznamen islamischer Robin Hood ein. Erfolgreich war die Politik des 52-Jährigen aber nach Meinung seiner Kritiker nicht.
Nach der Darstellung von Experten hat ihn sein Sozialpopulismus mit kostenlosen Kartoffelrationen und Rentenerhöhungen trotz Wirtschaftskrise und hoher Inflation auch 2009 wieder Stimmen vor allem bei den einfachen Leuten auf dem Land gebracht.
Schon in seiner Zeit als Bürgermeister der iranischen Hauptstadt Teheran hatte er sich gern als Mann des Volkes gegeben, der in einem klapprigen Peugeot ohne Chauffeur durch die Strassen der Hauptstadt fuhr und sich in den Armenvierteln umsah.
Allein gegen die Welt
Während seiner ersten Amtszeit als Präsident hatte Ahmadinejad alle Aufrufe der Weltgemeinschaft, das kontroverse Atomprogramm des Landes einzustellen, ignoriert. Vor den Wahlen kündigte er sogar an, dass auch die Atomverhandlungen mit den ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats eingestellt würden.
Im Atomstreit gebe es ausser mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nichts mehr zu reden. Weitere Sanktionen, so der Präsident, würden das Land nur selbstständiger und unabhängiger machen. (nab, dpa)
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