Wissenswertes zum Friedensnobelpreis
Der Friedensnobelpreis besteht aus einer Urkunde, einem Preisgeld und einer Medaille.
Gibt das norwegische Nobelpreiskomitee bekannt, wer in der engeren Wahl ist?
Das Komitee veröffentlicht keine Namen von Kandidaten; die Unterlagen bleiben 50 Jahre lang unter Verschluss.
Kann eine Unterstützungskampagne für einen bestimmten Kandidaten die Entscheidung des Komitees zu seinen Gunsten beeinflussen?
Eine Kampagne könnte genau die gegenteilige Wirkung haben. Das Komitee hält auf seine Unabhängigkeit und möchte nicht den Eindruck aufkommen lassen, es sei durch Druck der Öffentlichkeit zu beeinflussen.
Können Kandidaten bis zur letzten Minute vorgeschlagen werden?
Die Frist für Nominierungen läuft bis acht Monate vor der Bekanntgabe des Preisträgers; sie endet also am 1. Februar da der Name des Preisträgers im Oktober bekannt gegeben wird.
Kann jedermann eine Persönlichkeit oder Gruppierung nominieren?
Nein. Nach einer Lockerung der Regeln im Jahr 2003 können nun frühere Preisträger, derzeitige und frühere Mitglieder des Komitees und ihre Mitarbeiter, Mitglieder nationaler Regierungen und Parlamente, Universitätsprofessoren der Fachrichtungen Jura, Theologie, Sozialwissenschaften, Geschichte und Philosophie, Führungsmitglieder von Friedensforschungs- und Politikinstituten sowie Mitglieder internationaler Gerichtshöfe Vorschläge einreichen.
Kann die Auszeichnung aberkannt werden, wenn sich im nachhinein herausstellt, dass der Preisträger dem hohen Massstab nicht gerecht wird?
Eine Aberkennung ist nicht vorgesehen.
Kann der Preis nach dem Tode einer Person verliehen werden?
Der Friedensnobelpreis wurde nur ein einziges Mal posthum vergeben: 1961 an den früheren Uno-Generalsekretär Dag Hammarskjöld, der bei einem Flugzeugabsturz in Afrika ums Leben gekommen war. 1974 wurden die Regeln geändert, nun gibt es den Preis nur noch zu Lebzeiten.
Ist es Voraussetzung für den Preis, dass der zu würdigende Einsatz für Frieden, Menschenrechte und Demokratie bereits Erfolg gezeigt hat?
Nein. Viel häufiger wird der Friedensnobelpreis verliehen, um die Preisträger zum Durchhalten zu ermutigen - manchmal zu einem für sie kritischen Zeitpunkt. (bat, ap)
