Öl-Ausfluss vorübergehend gebremst
Aufnahme von der Aktion «Top kill» in 1500 Metern Tiefe: rechts unten die sprudelnde Ölquelle, in der Mitte eines der Instrumente, mit dem das Bohrloch gestopft werden soll. (Keystone)
Dem BP-Konzern ist es laut Angaben der US-Küstenwache geglückt, mit der so genannten Top-Kill-Aktion die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko vorübergehend zu bremsen.
Der Einsatzleiter der US-Regierung, Admiral Thad Allen, habe die beispiellose Aktion aber «noch nicht zu einem Erfolg erklärt», relativierte eine Sprecherin der US-Küstenwache einen anders lautenden Bericht der «Los Angeles Times».
Aktion läuft weiter
Der Austritt von Öl und Gas aus dem Bohrloch sei lediglich zeitweise durch den Gegendruck des Schlamms, der in die Quelle gepumpt wurde, unterbrochen worden, erläuterte sie. «Admiral Allen hält fest, dass der Prozess weiterläuft, aber dass die Dinge nach Plan verlaufen», sagte Sprecherin Lisa Novak.
Zweistufige Methode
Bei dem «Top Kill»-Verfahren werden pro Minute tausende Liter Schlamm durch das Sicherheitsventil, das auf dem Bohrloch sitzt, in die Ölquelle gepumpt. Dem Plan nach soll das Loch danach komplett mit Zement versiegelt werden.
Ob die sogenannte «Top Kill»-Methode wie erhofft das unablässig sprudelnde Öl stoppt,n sei nicht sicher, sagte BP-Chef Tony Hayward. Sollte die Operation aber fehlschlagen, gebe es weitere Optionen, den Ölfluss zu stoppen. Dazu zähle, am Bohrloch ein weiteres Sicherheitsventil auf dem bereits existierende zu installieren.
Loch könnte sich durch «Top-Kill» vergrössern
BP hatte die Erfolgschancen des Verfahrens zuvor auf 60 bis 70 Prozent beziffert. Diese Methode wurde noch nie zuvor in einer Tiefe von 1500 Metern angewandt. Eines der grössten Risiken sei, dass sich das Leck durch den Beschuss mit Schlamm noch vergrössern könne, hiess es.
Um zu verhindern, dass zu viel Schlamm nach oben aus dem Ventil entweicht, könnten zusätzlich geschredderte Reifen, Golfbälle und andere Gummiteile hinein geschossen werden.
Fünfmal mehr Öl als bisher geschätzt
Inzwischen hat die US-Regierung bekannt gegeben, dass täglich bis zu 25'000 Barrel Öl ins Meer flossen, fünfmal soviel wie bisher von BP geschätzt. Dies teilte die Leiterin einer von der Regierung eingesetzten Expertenkommission mit.
Damit wäre dies die schlimmste Ölpest in der Geschichte der USA, weit schlimmer als jene in Folge des Untergangs der Exxon Valdez vor Alaska 1989.
160 Kilometer Küste in Louisiana verschmutzt
Nach den Worten von Louisianas Gouverneur Bobby Jindal sind mittlerweile 160 Kilometer Küste in Louisiana durch das Öl betroffen. Es seien Strände wie auch Marschland verschmutzt worden. In einigen Fällen handle es sich um schweres Öl, in anderen lediglich um einen Film.
Seeleute bei Reinigungsarbeiten erkrankt
Im Golf von Mexiko haben die US-Behörden alle 125 Schiffe vom Meer abgezogen, die an den Reinigungsarbeiten beteiligt waren. Ausschlaggebend für diesen Entscheid waren gesundheitliche Probleme, die bei einigen Seeleuten aufgetaucht sind. Diese beschwerten sich über Schwindel, Kopf- und Brustschmerzen. (rend/nab, dpa/sda/reuters)
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