Tausende protestierten in Bern für mehr Frauen-Rechte
«Her mit dem schönen Leben»: 6000 Frauen und einige Männer demonstrierten in Bern für mehr Gleichberechtigung. (Keystone)
Zwischen 6000 und 8000 Menschen haben am Samstag in Bern gegen Gewalt an Frauen und gegen Armut demonstriert. Die vorwiegend weiblichen Kundgebungsteilnehmerinnen fordern ein Ende von Armut und Gewalt an Frauen. «Her mit dem schönen Leben», hiess das Motto der farbenfrohen Kundgebung.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Ein schönes Leben bedeute unter anderem, sich zu Hause und in der Öffentlichkeit sicher zu fühlen, den gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu erhalten oder auch ein guter Service Public, schreiben die Organisatorinnen auf ihrem Flugblatt.
Auch nach 14 Jahren Gleichstellungsgesetz in der Schweiz sei man von der tatsächlichen Gleichstellung noch meilenweit entfernt. Auch in der Schweiz trügen Frauen immer noch ein grösseres Armutsrisiko als Männer, schreibt die Gewerkschaft Unia als Mitorganisatorin der Kundgebung.
Frauen zahlten Teil der Zeche für Finanzkrise
Schuld daran seien neben den schlechten Arbeitsbedingungen auch die Lohndiskriminierung. Ausgerechnet sie habe im zweiten Krisenjahr 2009 wieder zugenommen. Die Frauen wollten diese Krise aber nicht bezahlen.
Weil die Frauenlöhne schlechter und die Erwerbsarbeitspensen der Frauen tiefer seien, seien auch die Leistungen der Sozialversicherungen für Frauen tiefer als für Männer.
Schlusskundgebung auf dem Bundesplatz
Der Demonstrationszug hatte sich Anfang Nachmittag vom Besammlungsort auf der Schützenmatte in Bewegung gesetzt und hatte durch die Berner Innenstadt zur Schlusskundgebung auf den Bundesplatz geführt.
Die Kundgebung wurde von der Organisation Marche Mondiale des femmes und der Frauenkommission des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes organisiert. Über 50 Organisationen und Gruppierungen unterstützen den Anlass. (haem, sda/ddp)
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