Nachbeben im Süden Neuseelands
Rettungskräfte durchsuchen die Trümmer eines Hauses in Christchurch. (Keystone)
Einen Tag nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,1 hat es im Süden Neuseelands zahlreiche Nachbeben gegeben. Bis zum Sonntagmorgen wurden mehr als 30 grössere Erschütterungen gezählt. Das stärkste Nachbeben erreichte die Stärke 5,1.
In der am schwersten getroffenen Stadt Christchurch hatten die Behörden bereits am Vortag eine Ausgangssperre für die Nacht verhängt, weil viele Gebäude nach dem Beben einsturzgefährdet sind. Die meisten Menschen hielten sich daran. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben aber mehrere Menschen fest, die sich trotz des Verbots in der Innenstadt aufhielten - vermutlich weil sie Geschäfte plündern wollten.
Jedes fünfte Haus unbewohnbar
Der Zivilschutz der 350'000-Einwohner-Stadt geht davon aus, dass beim Erdbeben vom Samstag rund 500 Geschäftsgebäude beschädigt wurden. Etwa jedes fünfte Haus in Christchurch sei unbewohnbar.
Neuseelands Ministerpräsident John Key rechnet damit, dass der Wiederaufbau mindestens ein Jahr dauern und rund 1,5 Milliarden Franken kosten wird.
Das Beben hatte in der Nacht auf Samstag viele Menschen im Süden der Insel aus dem Schlaf gerissen. Trotz der enormen Kraft der Erdstösse sind keine Todesopfer zu beklagen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt.
Strenge Bauvorschriften
In Neuseeland gelten strenge Vorschriften für den Bau von Häusern - Sachverständige sind sicher, dass das Beben für die Bewohner vor allem deshalb relativ glimpflich ablief. Es richtete dennoch grosse Schäden an der Infrastruktur an.
Neuseeland liegt in einem Gebiet, in dem zwei Erdplatten zusammenstossen. Deshalb kommt es hier zu mehr als 14'000 Beben im Jahr, von denen rund 150 zu spüren sind. Bei weniger als zehn im Jahr kommt es zu Schäden. Das letzte grosse Beben erreichte 2009 eine Stärke von 7,8. Das Beben führte Experten zufolge dazu, dass die Südspitze Neuseelands 30 Zentimeter näher an Australien herangeschoben wurde.
Das Beben am Samstag wurde nach Erkenntnissen der Seismologen durch die andauernde Reibung der beiden tektonischen Platten ausgelöst. Offenbar enstand dabei eine neue Bruchlinie von 3,5 Meter Breite. (ank, ddp)
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