Christine Egerszegi bleibt Aargauer Ständerätin
Die bisherige Ständerätin Christine Egerszegi-Obrist (FDP) tritt wieder an. (pd)
Im zweiten Wahlgang bestätigte das Volk am Sonntag die 63-jährige Ständerätin Egerszegi mit 91'973 Stimmen. Der 58-jährige Nationalrat Giezendanner unterlag deutlich mit 57'135 Stimmen. Einzig im ländlichen Bezirk Kulm überrundete er Ergerszegi um 4 Stimmen.
Erstmals zwei Frauen für den Aargau im Stöckli
Zwei Aussenseiterkandidaten erhielten insgesamt rund 5000 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,67 Prozent. Egerszegi hatte Giezendanner bereits im ersten Wahlgang überrundet, jedoch das absolute Mehr verpasst.
Die 34-jährige Pascale Bruderer (SP) war im ersten Anlauf als Ständerätin gewählt worden. Sie eroberte für die Aargauer Sozialdemokraten nach 63 Jahren einen Ständeratssitz. Zwei Frauen als Standesvertreterinnen - das gab es gemäss den Parlamentsdiensten bisher in den Kantonen Zürich (1996 bis 1998) und Genf (2003 bis 2007).
Grosse Freude bei den Frauen
«Ich freue mich über das klare Resultat», sagte Egerszegi gegenüber Schweizer Radio DRS. "Ich habe nie gerne Wahlkampf gemacht. Es beschäftigte mich deshalb, dass ich noch 5 Wochen zusätzlichen Wahlkampf machen musste.»
Egerszegi freut sich auf die Zusammenarbeit mit Pascale Bruderer. «Wenn es um Anliegen des Kantons Aargau geht, werden wir zwei Frauen voll dahinter stehen.» Die SP-Ständerätin Bruderer sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, sie freue sich sehr über die Tatsache, dass erstmals zwei Frauen den Aargau im Ständerat vertreten.
«Ich bin überzeugt, dass wir sehr gut zusammenarbeiten werden.» Der Aargau sei ein fortschrittlicher Kanton. Diese Tatsache betont auch Christine Egerszegi - und fügt an, dass sie froh sei darüber, dass die Geschlechterfrage im Wahlkampf kein Thema gewesen sei.
Giezendanner: «Aargau nach links gerutscht»
Die SVP erlitt eine Niederlage. Die mit Abstand wählerstärkste Aargauer Partei verlor nach 16 Jahren ihren Ständeratssitz. «Ich habe keine Freude, dass das Aargauer Volk nach links gerutscht ist, aber ich akzeptiere das vollumfänglich», sagte Giezendanner der sda.
Der Aargau schickt somit erstmals zwei Frauen in die kleine Kammer. «Die Wähler wollen mich im National- und nicht im Ständerat, da ich poltere und sage, was ich denke», sagte Giezendanner. Als Nationalrat sei er mit dem besten Resultat gewählt worden.
Reimann kritisiert SVP
Der bisherige SVP-Ständerat Maximilian Reimann war nicht mehr angetreten - auch auf Druck der eigenen Partei. Er hatte vor 16 Jahren der CVP den Ständeratssitz abgejagt. Der 69-Jährige musste dieses Mal jedoch Giezendanner den Vortritt lassen und konnte dafür als Nationalrat kandidieren.
Reimann wurde mit einem guten Resultat in den Nationalrat gewählt. Die SVP wollte mit Giezendanner den «Generationenwechsel im Ständerat» herbeiführen. Reimann kritisierte am Sonntag in einer Stellungnahme das wahltaktische Vorgehen der Kantonalpartei. Die Partei sei «zu selbstsicher ans Werk» gegangen.
«Kardinalfehler» der SVP oder nicht?
So habe die SVP einen Schulterschluss mit der FDP verpasst. «Das Setzen auf das hohe Ross des Alleingangs» habe sich für die SVP negativ ausgewirkt. Reimann schreibt von einem «Kardinalfehler».
Gegen diese Vorwürfe wehrt sich SVP-Parteipräsident Thomas Lüpold. Die Partei habe sich demokratisch für einen Generationenwechsel entschieden, sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS. Und: «Ob wir mit Maximilian Reimann unseren Sitz hätten halten können, ist überhaupt nicht sicher.» (velm, sda)
