HipHop soll Junge in die Kirchen locken
Beats und Breakdance statt Besinnung und Beten in der Markuskirche. (zvg)
Sonntagabend, 19.00 Uhr, Markuskirche in Bern: Ungewohnte Klänge hallen durch das Kirchenschiff. Wummernde Bässe statt klassische Orgelmusik. Das Publikum ist jung, die Kirche gut gefüllt. «Ich möchte den Jugendlichen ermöglichen, Erfahrungen mit Gott zu machen», sagt Benu Müller, der vom Jugendzentrum HipHop-Center die Jugendlichen betreut und den Jugendgottesdienst organisiert. Pfarrer Herbert Knecht ist froh, kann er diesen gutbesuchten Gottesdienst in seiner Kirche anbieten. «Am Sonntagmorgen predige ich sonst vor 20 Leuten».
Mehr Show für mehr Leute
In der Markuskirche herrscht bei diesen Gottesdiensten Konzertstimmung. Das Publikum johlt und applaudiert. «Das ist einer von verschiedenen Wegen, um Jugendliche für die Kirche zu gewinnen», sagt der oberste Kirchenmann der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Synodalratspräsident Andreas Zeller. Doch es gebe auch Grenzen: Stundenlange Konzerte, bei denen Jugendliche in Trancezustände kommen, wolle man nicht.
«Coole» Gottesdienste wollen auch andere
Bei diesen HipHop-Gottesdiensten in der Markuskirche kommen gegen 300 Besucher. Nun wollen weitere Kirchgemeinden nachziehen. Bolligen hat schon einen Gottesdienst durchgeführt, weitere werden folgen. Das Konzept mit HipHop statt Kirchenlieder kommt an. «Cool» fanden es die Besucher am Sonntagabend in der Markuskirche. Sie wollen wieder kommen. (pret)
