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Freitag, 10.2.2012

Nach Missbrauchsfällen wieder Ruhe in Ausserrhoden

Rund ein Jahr ist es her, seit der grösste Missbrauchsskandal an Behinderten die Schweiz erschüttert hat. Auch in zwei Ausserrhoder Heimen wurden behinderte Menschen sexuell missbraucht. Heute ist Ruhe eingekehrt.

An 128 behinderten Menschen in der Schweiz und in Deutschland hatte sich ein heute 55jähriger Heimmitarbeiter während fast 30 Jahren vergriffen. Die zahlreichen sexuellen Übergriffe wurden erst vor einem Jahr bekannt.

Dabei stellte sich heraus, dass der Mann in den 80er-Jahren auch im Werkheim Neuschwende in Trogen und im Heim Columban in Urnäsch angestellt war. In dieser Zeit hat er 38 behinderte Menschen sexuell missbraucht.

Zahlreiche Gespräche
Ein Jahr ist seit Bekanntwerden der zahlreichen Missbräuche vergangen. Laut dem zuständigen Krisenmanager der beiden Ausserrhoder Heime, Herbert Wyss, ist heute in den Heimen wieder Ruhe eingekehrt.

Kurz nach Bekanntwerden der Fälle hätten zahlreiche Gespräche stattgefunden. Sowohl mit Angehörigen, als auch mit den Opfern selbst. Bei Letzteren seien keine Erinnerungen an das Geschehene mehr vorhanden.

Anstellungskriterien verschärft
Auch der Kanton Appenzell Ausserrhoden reagierte auf die zahlreichen Missbräuche und hat die Anstellungskriterien für Heimmitarbeiter verschärft. So müssen diese immer einen Strafregisterauszug einreichen und schriftlich bestätigen, dass gegen sie keine Strafuntersuchung läuft.

Gleichzeitig werden bei den ehemaligen Arbeitgebern Referenzauskünfte eingeholt. Zudem, so sagt Hansruedi Elmer, Leiter Amt für Soziale Einrichtungen in Ausserrhoden, seien die Heime heute sensibilisierter.

Anklage im Sommer
Der Mann, der in der Schweiz rund 100 Menschen sexuell missbraucht hat, sitzt im vorzeitigen Strafvollzug, wie die zuständige Berner Staatsanwaltschaft auf Anfrage erklärte. Gut 60 Fälle sind in der Zwischenzeit verjährt, rund 30 werden wohl noch in diesem Sommer zur Anklage gebracht. Der 55jährige hat die meisten Übergriffe gestanden. (bram)

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Verantwortlich für diesen Beitrag:

Sascha Zürcher und Martina Brassel


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