Gegen den Trend: Russikon will keine stillen Wahlen mehr
SVP und FDP haben gemeinsam eine Initiative eingereicht. Die beiden Parteien wollen die stillen Wahlen bei Erneuerungswahlen wieder aus der Gemeindeordnung streichen. Bei Ersatzwahlen sollen sie weiter erlaubt sein.
In Russikon kam es 2010 zu stillen Wahlen. Bei der Erneuerungswahl trat ein Gemeinderat nicht mehr an. Da es nur eine Kandidatin für das Amt gab, wurden die Russikerinnen und Russiker nicht an die Urnen gebeten. Barbara Schmid (SVP) wurde still Gemeinderätin.
Graben zwischen Politik und Bevölkerung
Kein Wahlkampf, keine Kandidatenportraits in den Zeitungen - bei stillen Wahlen besteht die Gefahr, dass die Bevölkerung von den Wahlen gar nichts bemerkt. SVP und FDP befürchten denn auch, dass sich Politik und Bevölkerung wegen der stillen Wahl voneinander entfernen. «Wir müssen dafür sorgen, dass wir die Bevölkerung wieder mehr einbinden in die Gemeindepolitik», sagt Hans Aeschlimann, Präsident der SVP Russikon.
Gemeindepräsident Eugen Wolf vermutet hinter der Initiative noch weiter Gründe. «Es geht um Wertschätzung», sagt er, «darum, dass sich die Leute bewusst sind, wieviel Arbeit mit einem Amt als Gemeinderat verbunden ist.» Zudem wüssten die Politikerinnen und Politiker ohne Wahl an der Urne nicht, wie sie in der Gunst der Bevölkerung stünden.
Gemeinderat für Initiative
Auch in Russikon ist es nicht einfach, Kandidatinnen und Kandidaten für die Ämter zu finden. Initianten, Gemeindeschreiber und Gemeindepräsident sind sich einig, dass die Abschaffung der stillen Wahl die Suche nicht erschweren wird.
Der Gemeinderat unterstützt die Initiative der SVP und FDP. Das letzte Wort hat das Volk: vermutlich am 17. Juni 2012 werden sie an der Urne entscheiden, ob die stille Wahl bei Erneuerungswahlen abgeschafft wird. (fren)
