Zwei Millionen Schweinegrippe-Kranke erwartet
Rechnet nicht mehr mit dem «Worst Case»-Szenario: BAG-Experte Patrick Mathys (Keystone)
Chile hat die Schweinegrippe, oder zumindest die erste Welle dieser Grippe, hinter sich. Das Land ist glimpflicher davon gekommen als befürchtet. Das stimmt Patrick Mathys, Leiter der Sektion Pandemievorbereitung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), insofern optimistisch, dass nicht mehr mit «worst case»-Szenarien gerechnet werden müsse.
«Es zeigt sich, dass diese Pandemie handhabbar ist», sagte Mathys in einem Gespräch in der Sendung «Echo der Zeit». Sie habe aber spürbare Auswirkungen, vor allem bei den Ärzten und den Notfallzentren, aber auch in der Wirtschaft.
Zwei Millionen Erkrankte
Noch immer geht das BAG von zwei Millionen Erkrankungen aus. Das wären rund 30 Prozent der Bevölkerung. Doch in diesen Prognosen sind auch milde Erkrankungen enthalten, bei denen kein Arzt aufgesucht werden muss, so dass die Fälle auch nicht statistisch erfasst werden.
Gerade aufgrund des milden Verlaufs der Grippe, der nicht in jedem Fall einen Arztbesuch nötig gemacht habe, sei Chile glimpflich davon gekommen, so Mathys. Die milden Erkrankungen ohne Arztbesuch seien in der Statistik, die fünf Prozent Erkrankungen gemessen an der Bevölkerungszahl ausweise, nicht enthalten.
Das BAG rechnet damit, dass in diesem Winter 400'000 Personen aufgrund der Schweinegrippe den Arzt aufsuchen werden. Schätzungsweise 1000 Erkrankte dürften hospitalisiert werden müssen.
1000 Fälle bis jetzt
Bis heute wurden in der Schweiz etwas über 1000 bestätigte Fälle von Schweinegrippe erfasst. Wenn die Bedingungen für das Virus besser würden, es also kälter werde, müsse mit zunehmenden Fallzahlen gerechnet werden, sagte Mathys.
Wann genau jedoch die Schweinegrippe-Welle tatsächlich komme, könne nicht vorausgesagt werden. Auch ist noch nicht klar, ob das Schweinegrippe-Virus die saisonale Grippe verdrängen wird, oder ob die verschiedenen Viren gleichzeitig zirkulieren werden. (cdm, ineh)
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