Sexualkunde bald obligatorisch an Schulen?
«Let’s talk about Sex?»
Die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ) empfiehlt, dass der Sexualkundeunterricht für alle Schülerinnen und Schüler obligatorisch wird. In den Lehrplänen der Schulen und in der Gesetzgebung sollten fixe didaktische Blöcke vom Kindergarten bis zum letzten Schuljahr festgeschrieben werden.
Zusammenarbeit mit Eltern verstärken
Nötig sei Sexualerziehung und nicht einfach «Aufklärung». Dabei müssten Schule und Eltern zusammen arbeiten. Die Jugend müsse darauf vorbereitet werden, dass sie von sexuellen Inhalten bis zu harter Pornografie über die Medien und das Internet ungefiltert getroffen werden kann, so die EKKJ.
Halbwissen weit verbreitet
Angesichts der allgegenwärtigen Präsenz sexualisierter Inhalte in den Medien entstehe leicht der falsche Eindruck, der Jugend könne man beim Thema Sexualität nichts mehr beibringen, schreibt die EKKJ. Studien zeigten jedoch, dass noch heute viele Jugendliche ungenügend oder falsch über Sexualität informiert seien.
Unwissender als angenommen
Jugendliche seien heute nicht erfahrener als vor 20 Jahren. Sie seien nicht frühreifer. Die Jugend sei zu Unrecht als «Generation Porno» in Verruf geraten. Jedes Jahr wachse eine neue Generation von Jugendlichen heran, die den Umgang mit der Sexualität erlernen müssten.
Verbindliche Richtlinien schaffen
Die EKKJ beklagt, dass auf gesamtschweizerischer Ebene einheitliche und verbindliche Richtlinien fehlten. Sprachregionale und kantonale Unterschiede sowie eine unterschiedliche Handhabung von Schulhaus zu Schulhaus innerhalb einer einzigen Region zeigten, dass der Stellenwert der Sexualerziehung sehr gering sei und Berührungsängste andauerten.
Beratung im Internet verbessern
Ein stetig wachsendes Angebot von Internetberatungsstellen für Jugendliche erlaube es ihnen, auch ausserhalb des Elternhauses und der Schule an relevante Informationen zur Sexualität zu kommen. Die Qualität dieser Foren gelte es zu sichern. Die EKKJ ermutigt die Verantwortlichen, diese Angebote besser zu koordinieren und bekannt zu machen.
Beratendes Organ des Bundes
Die aus 20 Fachleuten zusammengesetzte EKKJ ist ein beratendes Organ des Bundesrates und der Bundesbehörden. Bei wichtigen Beschlüssen des Bundes hat sie die Jugendverträglichkeit zu prüfen. Sie ist als zentrale Akteurin der nationalen Kinder- und Jugendpolitik anerkannt. (bat, sda/ap)
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