Fälle von H1N1 in der Schweiz verdreifacht
«Egal was wir noch tun, der Vormarsch der Grippe ist nicht mehr zu stoppen», sagte Mathys in Bern. (admin.ch)
Schweinegrippewelle erreicht die Schweiz
Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani äusserte gegenüber Schweizer Radio DRS die Vermutung, der intensive Grenzverkehr mit Norditalien könnte daran Schuld sein, dass sich das H1N1-Virus im Tessin so rasant ausbreite.
Zunächst seien vor allem Schulen von der Schweinegrippe erfasst worden. Nun seien zunehmend auch Erwachsene betroffen. Nächste Woche soll im Tessin mit der Impfung von Risikopersonen gegen das H1N1-Virus begonnen werden.
Grippewelle nicht mehr aufzuhalten
Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) bezeichnet die Kantone Tessin und Genf als eigentliche Hotspots der Schweinegrippe. Die pandemische Welle sei definitiv in der Nordhemisphäre angekommen.
In der Schweiz hat sich die Zahl der im Labor bestätigten Fälle von 112 auf 295 innert einer Woche fast verdreifacht. Zudem seien vermehrt Häufungen etwa in Schulen oder Kasernen zu beobachten, sagte Mathys.
Bisher 38 Grippekranke hospitalisiert
Insgesamt sechs Menschen mussten in der vergangenen Woche wegen Schweinegrippe hospitalisiert werden, fünf weitere Fälle waren laut Mathys in der laufenden Woche bekannt. Seit Beginn der Pandemie mussten damit insgesamt 38 Menschen in Spitalpflege gebracht werden.
Sieben Menschen benötigten Intensivpflege. Bei den schwer Erkrankten handelt es sich laut Mathys bisher ausschliesslich um Erwachsene bis etwa 50 oder 60 Jahre. Nicht alle von ihnen gehörten einer Risikogruppe an.
Impfung Mitte Monat
«Wir hoffen, dass wir Risikogruppen oder weite Teile dieser Risikogruppen noch rechtzeitig impfen können», fügte Mathys an. Die Impfungen sollen ab Mitte Monat anlaufen, wobei die ersten zwei Wochen prioritär Risikopersonen geimpft werden. Bis der optimale Impfschutz aufgebaut ist, vergehen rund zwei Wochen.
Weitere Massnahmen wie das Verbot von Grossveranstaltungen oder Ähnliches zieht das BAG zurzeit nicht in Betracht. Virginie Masserey von der Sektion Impfung verwies auf den für die Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor eher milden Verlauf der Schweinegrippe und die geringe Effizienz von solchen Massnahmen.
Weitere Fälle in der Armee
Am Donnerstag wurde bekannt, dass auch auf dem Waffenplatz Thun ein Rekrut an der Schweinegrippe erkrankt ist. Die H1N1-Tests seiner 15 Zimmerkollegen verliefen hingegen negativ, wie die Armee zu einem Bericht der «Neuen Luzerner Zeitung» mitteilte.
Auf dem Waffenplatz Chur liegen seit einigen Tagen, wie berichtet, 66 Rekruten mit Grippesymptomen auf der Krankenstation, weitere neun waren zuhause. Nach sechs positiven H1N1-Tests gehen die Experten davon aus, dass ein Grossteil dieser Rekruten an der Schweinegrippe erkrankt sein dürfte.
Baselland schliesst einige Schulen
Im Kanton Baselland wird wegen der Schweinegrippe in einigen Schulklassen vorübergehend der Unterricht eingestellt. Betroffen seien drei Sekundarschulklassen in Allschwil, in denen insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler erkrankt seien, teilte der Kantonale Krisenstab mit. (nab/ank, ap/sda)
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