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Mittwoch, 18.11.2009

Baby stirbt an Schweinegrippe

In der Schweiz ist ein Baby mit Vorerkrankungen an der Schweinegrippe gestorben. Dennoch will das BAG seine Strategie nicht ändern.

Patrick Mathys vom BAG (l.) und der Baselbieter Kantonsarzt Dominik Schorr (2. von l.) an der Pressekonferenz zum Tod eines Babys durch die Schweinegrippe. (Keystone)

Schweinegrippe: Impfung für alle

Beim Bundesamt für Gesundheit rechnet man mit weiteren Todesfällen und ruft erneut dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. Ab nächster Woche sollte genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung vorhanden sein.  Mehr

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Ratschläge vom Kinderarzt

Grundsätzlich habe man damit rechnen müssen, dass auch in der Schweiz Kinder an der Schweinegrippe sterben würden, sagt Kinderarzt Christian Kind, Präsident der schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie- für Kindermedizin. Eltern und Geschwister von Säuglingen sollten sich unbedingt impfen lassen, rät er.  Mehr

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Maskentragpflicht am Unispital Basel

Das Universitätsspital Basel hat wegen der Schweinegrippe an einzelnen besonders exponierten Stellen eine Maskentragpflicht angeordnet. Sie gilt für Mitarbeitende mit Patientenkontakt auf der Notfallstation sowie dem Bereich Poliklinik/Notfall der Frauenklinik.

Das erste Todesopfer der Schweinegrippe in der Schweiz ist ein viereinhalb Monate alter Knabe. Er starb an einer Lungenentzündung, die vom H1N1-Virus ausgelöst worden war, wie der Krisenstab Baselland mitteilte.

Nach Angaben des Krisenstabes litt das Baby an einer so genannten Lippen-Kiefer-Gaumenspalte - einer Missbildung, die dem Baby das Atmen erschwerte. Zusätzlich habe es an einem kleinen Defekt am Herzen gelitten. Wie Professor Jürg Hammer vom Unispital beider Basel betonte, hätte das Kleinkind auch an einer anderen viralen Infektion sterben können.

In der Nacht auf Sonntag verstorben
Das seit längerer Zeit erkrankte Baby war am Samstag von einem Notarzt behandelt und in der Nacht auf Sonntag ins Universitätskinderspital beider Basel gebracht worden. Doch bevor das Baby im Spital ankam, hatte es in den Armen seines Vaters zu atmen aufgehört. Dass das Baby am H1N1-Virus gestorben war, erfuhr der kantonale Krisenstab am Dienstag, als die Untersuchungsergebnisse vorlagen.

Babys besonders gefährdet
Säuglinge sind nach Auffassung von Experten durch die Schweinegrippe, aber auch durch die saisonale Grippe besonders gefährdet. Kinderärzte raten, dass Eltern mit ihnen derzeit grosse Menschenansammlungen meiden. Zudem sollten die vom BAG empfohlenen Hygienmassnahmen befolgt werden, sagte Christian Kind, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, gegenüber Schweizer Radio DRS.

Eltern und ältere Geschwister von Säuglingen sollten sich nach Kinds Worten zudem impfen lassen. Je mehr Personen geimpft seien, desto weniger stark und schnell werde sich das Virus ausbreiten. Menschen, die einen Säugling betreuen, sollten sich oft die Hände waschen. Bei Kontakt mit anderen Menschen, die erkältet seien, sollte auf das Hand geben, Umarmen und Küssen verzichtet werden.

Kind sagte weiter, Husten, Halsweh, Schnupfen und hohem Fieber über 39 Grad seien die
Symptome, die bei Babys auf Schweinegrippe hindeuteten. Wenn diese auftreten, sollten Eltern sofort Kontakt mit ihrem Hausarzt aufnehmen.

BAG bleibt bei der bisherigen Strategie
Trotz des ersten Todesfalls sieht das Bundesamt für Gesundheit derzeit keinen Anlass, die Strategie gegen die Schweinegrippe zu ändern. Es sei wichtig, dass man sich impfe, sagte der Leiter Pandemievorsorge des BAG, Patrick Mathys.  Momentan gebe es fast keine saisonale Grippe-Aktivitäten. Damit sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass es sich beim Auftreten von entsprechenden Symptomen um die Schweinegrippe handelt.

Ab der kommenden Woche soll nach dem Willen von Gesundheitsminister Didier Burkhalter die zweite Phase der Impfwelle anlaufen. Dann sollen sich auch jene Gruppen impfen lassen können, die nicht zu den Risikogruppen gerechnet werden.

Impfung für alle beginnt
Nach Angaben von Burkhalters Innendepartement (EDI) werden den mit der Impfung betrauten Kantonen zwei Millionen Dosen Grippeimpfstoff zur Verfügung stehen. Bis Mitte Dezember sollen es dann 8,5 Millionen Dosen sein. Die kantonalen Behörden wurden aufgefordert, die Bevölkerung aktiv zu informieren, auf welche Art sie Zugang zu der Impfung erhalten.

Das EDI wies darauf hin, dass die Schweiz seit vergangenem Freitag über drei Arten von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe verfügt, die von Swissmedic zugelassen sind: Focetria, Pandemrix und Celtura. Alle drei enthalten einen Wirkverstärker, der die Immunantwort des Körpers anregen soll. (ank/cdm, ap/sda)

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Die Behörden von Bund und Kanton Basel-Land informieren über den Todesfall. (Beat Giger, 18.11.2009)
Hören (2:27)

Wie kann ich mich schützen?

Fragen und Antworten zur Schweinegrippe


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