Muslime stellen Schweizer Gesetze nicht in Frage
Minarett-Diskussion bei Muslimen
Eine überwiegende Mehrheit der 900 im Rahmen einer Studie des Nationalfonds befragten Muslime fühle sich gut integriert, sagte Matteo Gianni, Studienleiter der Umfrage, gegenüber Schweizer Radio DRS.
Schweizer Gesetze werden akzeptiert
Oft steht der stille Vorwurf im Raum, die muslimische Gemeinschaft in der Schweiz würde die hiesigen Gesetze nicht wirklich akzeptieren wollen. Die Studie lässt diesen Schluss nach einer ersten provisorischen Auswertung nun aber nicht zu.
Fast alle muslimischen Migranten sagten nämlich, dass man sich für eine erfolgreiche Integration den Schweizer Gesetzen unterordnen müsse. Auf einer Skala von 0 bis 10 sei ein Durchschnitt von 9,5 mit dieser Position einverstanden gewesen, erklärte Matteo Gianni.
Im Vergleich mit einer Schweizer Kontrollgruppe hätten die muslimischen Einwanderer zudem mehr Vertrauen in die Schweizer Institutionen als die befragten Schweizer.
Diskriminierung kommt vor
Auch wenn sich die Muslime gut integriert glauben, heisse das aber nicht, dass gewisse Muslime nicht eine stärkere Anerkennung ihrer religiösen Praktiken wünschten, so Gianni.
Auch heisse das nicht, dass sich die Muslime von der Schweizer Mehrheitsbevölkerung voll und ganz akzeptiert fühlten. So glaubt ein Drittel der Befragten, mindestens einmal Opfer einer Diskriminierung geworden zu sein.
Nicht nur wegen Religion diskriminiert
Die erlebte Diskriminierung wurde aber nicht immer auf die Religionszugehörigkeit zurückgeführt. Studienleiter Gianni ist überzeugt, dass es in der sozialen Realität Integrationsprobleme bei Muslimen gibt. Allerdings sei die religiöse Zugehörigkeit zum Islam für sich allein kein Integrationshemmnis. (pet/krap)
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