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Donnerstag, 19.11.2009

Studenten lassen Gespräche mit Rektoren platzen

Die Studentenproteste an den Universitäten Zürich und Bern dauern an. Das Gespräch mit den Uni-Leitungen schlugen die Protestierenden vorerst aus. Sie wollen nur im Plenum mit den Direktoren sprechen.

Vollversammlung der protestierenden Studenten und Studentinnen an der Universität Zürich. (Keystone)

Hintergrund: Die Bologna-Reform

Die Bologna-Reform der Hochschulen wurde 1999 von 29 europäischen Staaten unterzeichnet, darunter die Schweiz. Inzwischen beteiligen sich 49 Länder an der Reform.

Die Besetzungen von Hörsälen an den Universitäten Zürich und Bern sind am Donnerstag weitergegangen. Die gegen die Bologna-Reform protestierenden Studierenden lehnten ein Treffen mit den jeweiligen Uni-Rektoren ab. In Basel pochen Studenten auf einen Seminarraum für ihre weiteren Aktionen.

Zürcher Studierende sagen Gespräch mit Rektor ab
Auf sein eigenes Ersuchen wollte der Zürcher Universitätsrektor Andreas Fischer um zehn Uhr eine Delegation der Studierenden in seinem Büro empfangen, um sich ihre Forderungen anzuhören. Dazu kam es aber nicht.

Die Studierenden verlangten, dass der Rektor zu ihnen in den seit Dienstagabend von der Studentenschaft besetzten Hörsaal kommt, «damit alle zuhören können».

Neues Treffen am Freitag
Sie haben nun dem Rektor ein neues Treffen für Freitag, 18 Uhr vorgeschlagen. Sollte Fischer aber auf seinem Büro als Treffpunkt bestehen, würden die Protestierenden das Gespräch erneut platzen lassen.

Fischer hat noch nicht entschieden, ob er dem Angebot nachkommen wird. Die Universitätsleitung toleriert aber weiterhin die Besetzung eines Hörsaals. Gemäss ihren Angaben übernachteten darin in der Nacht auf Donnerstag rund 25 Protestler.

Kritik an den Auswirkungen der Bologna-Reform
Die Studierenden haben am Donnerstag weiter ihre Forderungen diskutiert und ausformuliert, wie ihr Sprecher sagte. So gehe es unter anderem um die Arbeitsbedingungen für den Mittelbau. Bis Freitag werde die Besetzung sicher noch dauern.

Im Zentrum der Protestaktionen steht die Kritik an den Auswirkungen der Bologna-Reform. Wie an anderen europäischen Universitäten wehren sich die protestierenden Studenten auch in Zürich gegen die vor zehn Jahren angestossene Bologna-Reform und der einheitlichen Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master.

Berner Studierende schlagen Gespäch aus
Ebenfalls ein Treffen mit der Universitätsleitung ausgeschlagen haben die protestierenden Studenten in Bern, wo Rektor Urs Würgler einer Delegation der Besetzer ein Treffen um 11.00 Uhr angeboten hatte.

Stattdessen luden auch sie die Universitätsleitung zu einem Gespräch ins Plenum ein. Zunächst unklar war, ob die Universitätsleitung die Einladung annehmen würde. Eine Räumung der Aula sei jedenfalls derzeit nicht vorgesehen, sagte Würgler.

Basler Studierende planen weitere Aktionen
In Basel, wo die Studenten am gestrigen Mittwochabend nach achttägiger Besetzung die Aula geräumt hatten, verhandelten die Studenten am Donnerstag mit der Uni-Leitung. Die Studenten hatten einen Seminarraum gefordert, den sie als Ersatz für die Aula zur unbefristeten Nutzung haben wollten.

Die Uni bot den Studenten für zwei Wochen den Presseraum an, wie Generalsekretär Hans Amstutz sagte. Der Raum dürfe aber nur zu den normalen Öffnungszeiten genutzt werden, und ein Studentenvertreter müsse für die Nutzung die Verantwortung übernehmen. Die Studenten werden am Freitag im Plenum über den Vorschlag diskutieren. (haem/acd, sda/ap)


Dienstag, 17.11.2009

Studenten machen mobil gegen Bologna

Tausende Studierende in Europa haben für eine bessere Bildung und gegen das Bologna-System demonstriert. Sie fordern mehr Geld für die Lehre und ein Ende der «Ökonomisierung» der Universitäten.


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