Mann von Bär im Bärenpark verletzt
Polizei war schnell vor Ort
Die Polizei sei um 16.15 Uhr darüber informiert worden, dass ein Mann unterhalb der Nydeggbrücke über die Absperrungen in den Bärenpark gestiegen sei, sagt Franz Märki, Sprecher der Berner Kantonspolizei.
Ein geistig behinderter Mann ist am Samstagnachmittag im Bärenpark in Bern von einem Bären angegriffen und schwer verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen war der Mann zuvor unterhalb der Nydeggbrücke auf eine Abzäunung geklettert und in das Gehege gefallen, wie ein Franz Märki, Sprecher der Kantonspolizei gegenüber Schweizer Radio DRS sagte.
Der Mann gelangte aus noch ungeklärten Gründen von einem Treppenaufgang aus auf eine Mauer, welche die Besucher vom Bärengehege trennt. Von dort fiel er dann zirka vier Meter in den Bärenpark hinunter.
Polizist schiesst auf Bären
Dort griff das vierjährige Männchen Finn den Eindringling an und verletzte ihn am Kopf und an einem Bein. Augenzeugen rund um den Bärenpark schrien und warfen Gegenstände ins Gehege, um den Bären abzulenken.
Ein herbeigerufener Polizist gab einen Schuss auf den Bären ab, worauf sich das Tier in die Stallungen zurückzog. Dort wurde er dann vom Bärenwärter eingesperrt.
Danach konnte der verletzte Mann ärztlich versorgt werden. Auch der Bär wurde von einem Tierarzt behandelt, wie Märki sagte. Weder zum Gesundheitszustand des Mannes noch des Bären konnte die Polizei zunächst Angaben machen.
Umstände werden untersucht
Nach ersten Zeugenaussagen sei der 25-jährige Mann nicht in den Bärenpark gefallen, sondern von selbst hineingeklettert, so Märki. Die genauen Umstände müssten noch abgeklärt werden. Dazu werden die von den Überwachungskameras aufgezeichneten Bilder analysiert.
Vor einem Monat eröffnet
Der Bärenpark wurde vor einem Monat mit einem grossen Volksfest eröffnet. Das neue, endlich artgerechte Zuhause des Bärenpaars Björk und Finn zog an seiner offiziellen Einweihung über 40'000 Besucher in die Bundesstadt.
Im Vorfeld hatte das rund 6000 Quadratmeter grosse Gehege am Aarehang unterhalb der beiden alten Bärengräben wegen der Kostenüberschreitung zu reden gegeben. Der Park wird statt wie budgetiert 14,5 Millionen Franken bis zu 23,6 Millionen kosten. Dies wegen des schwierigen Untergrunds.
Vor eineinhalb Wochen lehnte es der Berner Stadtrat jedoch ab, zur Untersuchung der Kostenüberschreitung eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) einzusetzen. Dafür soll die laufende Administrativuntersuchung zeigen, wer Schuld an der finanziellen Fehlplanung ist. (acd, sda/ap)
Mehr zu den Stichwörtern:

