Spontane Demonstrationen wegen Minarett-Initiative
Gegner der Minarett-Initiative entzündeten Kerzen und stellten eine Minarett-Skulptur vor das Parlamentsgebäude in Bern. (Keystone)
Gegen das deutliche Ja zum Bauverbot von Minaretten haben in Bern und Zürich am Sonntagabend spontane Kundgebungen stattgefunden. Es gelte ein Zeichen gegen das Abstimmungsresultat zu setzen, sagten die meisten der mehrheitlich jungen Demonstrierenden.
Auf dem Berner Bundesplatz versammelten sich rund 400 Menschen, um friedlich ihrem Unverständnis Ausdruck zu verleihen. In Zürich bauten 200 Demonstrierende auf dem Helvetiaplatz Minarette aus verschiedenen Materialen. An beiden Kundgebungen nahmen auch viele Muslime teil.
«Für Religionsfreiheit»
Rund 400 junge Leute sind am Sonntagabend nach 18 Uhr in Bern auf den Bundesplatz geströmt, um friedlich gegen die Annahme der Minarett-Initiative zu protestieren. Überall auf dem Bundesplatz brannten Teelichter.
Am Weihnachtsbaum vor dem Bundeshaus wurden Zettel angebracht mit Aufschriften wie «Peinlich, Schweizer zu sein», «Es tut uns leid» oder «Für Religionsfreiheit».
Die Gegner der Minarett-Initiative stellten vor das Parlamentsgebäude ein zirka eineinhalb Meter hohes Minarett aus Papier auf, zusammen mit einem Transparent: «Das ist nicht meine Schweiz».
«Integrieren statt Ausgrenzen»
In Zürich versammelten sich rund 200 Personen auf dem Helvetiaplatz. Viele Kerzen brannten auch während dieser Kundgebung.
Bei friedlicher Stimmung wurden über ein Dutzend Minarette aus verschiedensten Materialien aufgebaut. Auf Transparenten wurde Religionsfreiheit gefordert. «Integrieren statt Ausgrenzen» war da zu lesen. Oder «Der Himmel über der Schweiz ist gross genug».
Bei der Kundgebung haben Unbekannte in der Nacht zum Montag die Türe der SVP-Geschäftsstelle in der Zürcher City beschädigt. Laut Polizeiangaben wurde eine Glastür eingeschlagen. (acd, sda)
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