Bundesrat soll Bologna-Reform überprüfen
Zu kompliziertes Studentenleben
Der Bundesrat wird die Umsetzung der Bologna-Reformen an den Universitäten gründlich unter die Lupe nehmen. Er hat ein vom Ständerat beschlossenes Postulat zustimmend entgegengenommen.
Bericht über Ziele
CVP-Ständerat Eugen David verlangt in dem Vorstoss einen Bericht darüber, ob die Ziele der Reform erreicht worden sind.
Wie der neue Bildungsminister Didier Burkhalter erklärte, will er im Rahmen der Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation unter anderem über die Umsetzung der Bologna-Reform informieren.
Verständnis für Proteste
Laut David steht das Postulat nicht in direktem Zusammenhang mit den Protesten der Studierenden an verschiedenen Universitäten in der Schweiz und im Ausland. Er signalisierte aber ein gewisses Verständnis für die Protestierenden.
Es sei nämlich zweifelhaft, ob die Ziele des Bologna-Prozesses erreicht worden seien, sagte David, der selber Hochschuldozent ist. So sei es nicht leichter geworden, das Studium an verschiedenen Universitäten zu absolvieren. Auch die durchschnittliche Studiendauer sei nicht kürzer geworden.
Bürokratisches Studium
Stattdessen seien die Studiengänge verbürokratisiert worden. Dadurch werde die Haltung der Studierenden gefördert, die Studieninhalte einfach zu «erledigen». Damit werde ihre Entwicklung zu selbständig denkenden und selbstverantwortlich handelnden Persönlichkeiten behindert.
Gemäss dem Vorstoss soll der Bundesrat insbesondere analysieren, ob die vor zehn Jahren gesetzten Ziele erreicht wurden, welche Ziele für die Zukunft gesetzt wurden, und wie die Schwächen der Reform behoben werden sollen. (luek, sda/ap)
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